Haldern: Rockmusik vom Feinsten
VON ANNA WESOLOWSKI - zuletzt aktualisiert: 03.03.2008Haldern (RPO). Drei Bands hielten am Samstagabend vier Stunden lang die Fans bei Rock im Saal auf Trap. „The Kilians“, „Los Campesionos“ und „Kula Shaker“ sorgten im proppenvollen Gasthof Tepferdt in Haldern für wahre Begeisterungsstürme.
Vom „kleinen Bruder des Halderner Open Air“ kann schon lange keine Rede mehr sein. „Rock im Saal“ begeisterte auch beim mittlerweile 14. Mal die Fans guter Musik in Scharen.
Auch in diesem Jahr hatten die Veranstalter wieder ihren guten Riecher für großartige Bands bewiesen. Dank „Kula Shaker“, „Los Campesionos“ und „The Kilians“ blieben wohl keine Wünsche mehr offen. Schon lange vor dem offiziellen Einlass um 19 Uhr versammelten sich die ersten Rockfans vor den Türen „Tepferdts“. Ihr Ziel: Die erste Reihe, um auch bloß nichts zu verpassen. Doch auch die später angereisten mussten keine Sorge haben, denn der Sound reichte selbst noch für diejenigen, die draußen anstehen mussten.
Open Air im Sommer
Der nächste Leckerbissen erwartet Pop- und Rock-Fans vom 7. bis 9. August mit dem Open Air in Haldern.
Folgende Bands stehen bislang fest: Bohren und der Club of Gore , Iron and Wine, Joan as Police Woman, Mintzkov, Okkervil River, The National und Yeasayer.
Persiflage auf Dieter Bohlen
Gleich der Opener legte die Messlatte für die folgenden Bands ziemlich hoch. „The Kilians“ aus Dinslaken galten bei vielen als eigentliche Hauptattraktion. Schließlich werden die fünf Jungs derzeit mit Lob nur so überhäuft. „Wir haben hier in Haldern ja auch fast ein Heimspiel“, so Sänger Simon den Hartog. Ihm selbst ist Haldern noch von dem ein oder anderen Fußballspiel bekannt, als er noch in Rhede wohnte. „Vor dem Auftritt gab es einige Probleme mit der Technik. Umso glücklicher sind wir, dass alle glatt ging.“
Die Fans hatten davon zumindest nichts mitbekommen. Neben der Hitsingle „Will I ever get home“ erntete auch eine Persiflage auf Dieter Bohlen viel Applaus. „Ich musste mich erstmal durch einen langen Stau auf der A3 kurz vor Rees kämpfen. Ärgerlich, dass ich deswegen ,The Kilians’ fast verpasst hab. Jetzt hab ich mir den Rest des Konzerts aber auch redlich verdient“, so Anja Thie, die extra aus Mühlheim kam.
„Los Campesionos“ konnten das Stimmungsbarometer zunächst jedoch nicht steigern. Für die Mehrheit des Publikums war offenbar der Auftritt mit Violine und Glockenspiel zu ungewohnt. Dabei war auch dieses Konzert bemerkenswert. Positiver nahmen die Fans dann aber „Kula Shaker“ auf, mit deren Verpflichtung sich die Organisatoren einen persönlichen Wunsch erfüllt hatten. Doch dieser wurde nicht nur für sie wahr: Vor der Bühne wurde es während der Darbietung der Briten immer voller. Einige Mutige ließen sich sogar beim so genannten „crowd surfing“ von der Menge auf Händen durchs Publikum tragen. Die Stimmung war auf dem Höhepunkt.
Vorgeschmack aufs Festival
„Ich bin schon über zehn Jahre Fan von ,Kula Shaker’ und kann sie jetzt endlich mal live erleben“, freute sich Sabine Vievering, die danach kaum mehr zu halten war. Da vergaß die Dinslakenerin sogar ausnahmsweise ihren Lokalpatriotismus gegenüber den Kilians. „Seit 14 Jahren gehe ich zum ,Rock im Saal’. Dieses Mal war es das beste Konzert überhaupt.“
Nach über vier Stunden Rockmusik vom Feinsten lieferte der Ableger des Haldern-Pop-Festivals nur einen Vorgeschmack auf das, was im Sommer folgen wird. Schließlich feiert das Halderner dann sein 25. Jubiläum.
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