Emmerich: Rücktritte im PAN
VON CHRISTIAN HAGEMANN - zuletzt aktualisiert: 17.05.2008Emmerich (RPO). Das Kunstforum am Rande des Scheiterns: Matthias Erntges und Martha Welmans treten von ihren Ämtern zurück. Die PAN-Stiftung ist ohne Führung, Emmerich damit ein Fall für die Aufsichtsbehörde.
Matthias Erntges ist der Vorsitzende der PAN-Stiftung, Martha Welmans seine Stellvertreterin. Sie repräsentieren die „Stiftung Plakatmuseum am Niederrhein - Sammlung Ernst Müller“. Die Sammlung ist der Kern des PAN. Martha Welmans hat bereits vor wenigen Tagen Ludger Heyming über ihren Rücktritt informiert. Heyming ist Vorsitzende des Stiftungskuratoriums. Erntges hat dies jetzt in einem ausführlichen Schreiben getan. Erntges (43) wohnt in Solingen, arbeitet als freiberuflicher Kulturmanager sowie Ausstellungskurator.
Grundsätzlicher Streit
Hinter den Rücktritten steckt ein grundsätzlicher Streit im PAN. Erntges und Welmans sowie weitere Mitglieder des Kuratoriums sind der Meinung, dass das PAN sich langfristig nur behaupten kann, wenn eine professionelle künstlerische/kaufmännische Leitung installiert wird. Die allerdings kostet Geld.
Die Struktur
Das PAN ist in seiner Rechtsform eine gGmbH.
Gesellschafter sind die „Stiftung Plakatmuseum am Niederrhein - Sammlung Ernst Müller“ (PAN-Stiftung) und der Förderverein des Museum, der PAN e.V..
In der Stiftung gibt es einen Vorstand. Dieser führt die Geschäfte im Rahmen der Beschlüsse des Kuratoriums.
Der andere Teil des Kuratoriums möchte lieber auf eigene Faust Ausstellungen fürs PAN organisieren und den Betrieb ehrenamtlich aufrecht erhalten. Derzeit wird zum Beispiel von einem bezahlten Experten die Sammlung archiviert, nach dem 30. Juni soll das - so Heyming - ehrenamtlich weitergeführt werden.
Das alles ist billiger, sorgt allerdings dafür, dass es im PAN keine professionelle Führung gibt.
Die Folge des Streits: Die Dürer-Ausstellung im PAN, die so erfolgreich begann und die Menschen wieder für das Kunstforum begeisterte, könnte das letzte Highlight gewesen sein. Die Akteure sind zerstritten, können sich nicht einigen.
Die Vorgänge in Emmerich werden auch in Düsseldorf registriert. Dort sitzt bei der Bezirksregierung die Stiftungsaufsicht des Landes. Diese hat eine entscheidende Funktion: Sie überprüft, ob eine Stiftung ihren Zweck tatsächlich erfüllt. Tritt der Vorstand einer solchen Stiftung zurück, sind Zweifel erlaubt.
Im allerletzten Schritt könnte die Stiftungsaufsicht der PAN-Stiftung die Anerkennung entziehen. Damit wären nicht nur die Stiftungserträge in Gefahr, schließlich hat die Stadtsparkasse Emmerich-Rees vor neun Jahren eine beträchtliche Summe an die Stiftung überwiesen, aus deren Erträgen ein Teil des Kunstbetriebes finanziert wird. Ohne die Stiftung ist das gesamte PAN am Ende. Eine öffentliche Förderung von Kunstprojekten wäre unmöglich, eine Rückzahlung von Landesmitteln, die für den Bau des Kunstmuseums flossen, nicht einmal ausgeschlossen.
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