Rees: Runder Tisch für Integration ?
zuletzt aktualisiert: 09.04.2009Rees (RPO). Pastor Norbert Stephan plädiert für mehr Kontakte untereinander
Der Fall Gülsüm hat auch das Thema Integration ins Blickfeld gerückt. Eine Anforderung auch an die Kirchengemeinden. Darüber sprach RP-Redakteur Sebastian Latzel mit Pastor Norbert Stephan von der evangelischen Gemeinde.
In den katholischen Gottesdiensten wurde am Wochenende still für die Familie Semin, speziell für die Kinder, gebetet.
Stephan Auch wir haben die Familie in die Fürbitten einbezogen, auch in verschiedenen Gemeindegruppen wurde für sie gebetet. Schließlich muss die Familie auch nach den schlimmen Vorfällen eine Perspektive für ein Leben in Rees haben.
Ist der aktuelle Fall auch ein Auftrag in Sachen Integration?
Stephan Für mich ist das ein deutliches Zeichen dafür, dass wir Christen mehr Kontakte zu den Muslimen auch in Rees brauchen. Nur durch diese Kontakte kann auf beiden Seiten auch ein besseres Verständnis füreinander erreicht werden. Ich finde, dass der aktuelle Fall ein Anlass sein sollte, hier aktiv zu werden.
Wie könnten solche Kontakte aussehen?
Stephan Wir haben bereits offene Angebote von unserer Kirchengemeinde, auch für andere Konfessionen und Religionsgemeinschaften. Doch da ist es eher die Ausnahme, dass muslimische Gäste vorbeischauen. Vielleicht sollten wir bei Gemeindefeiern auch konkreter die Muslime in unserer Stadt einladen.
Wäre für die Integration eine Art Runder Tisch sinnvoll?
Stephan Das fände ich einen guten Ansatz, denn dann würden alle Gesprächspartner zusammen sitzen. Problem in Rees sehe ich da nur, den richtigen Ansprechpartner auf muslimischer Seite zu finden. Ich denke aber, wenn der Wunsch nach so einem übergreifenden Runden Tisch da ist, wird er auch realisiert werden können. Wir würden uns auf jeden Fall beteiligen.
Glauben Sie denn, dass es in Rees ein Integrationsproblem gibt?
Stephan In Rees ist es eher so, dass die muslimischen Mitbürger gar nicht wahrgenommen werden. Man sieht sie auf der Straße, grüßt vielleicht, aber die richtigen direkten Kontakte fehlen aus meiner Sicht. Hier müssen wir ansetzen. In Schulen, Jugendhaus oder der Mädchengruppe unserer Kirchengemeinde) gibt es dazu positive Ansätze.
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