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Emmerich: Schläger benutzte Siegelring

VON CHRISTIAN HAGEMANN - zuletzt aktualisiert: 23.02.2012

Emmerich (RP). Der 16-jährige Schläger von Tulpensonntag, dessen Brutalität Emmerich schockt, ist kein unbeschriebenes Blatt. Der Jugendliche mit türkischen Wurzeln benutzte einen Ring als Waffe. Sein Opfer traf er damit am Auge.

Tatort Kaßstraße: Hier ereignete sich am Tulpensonntag die brutale Attacke.  Foto:  Markus van Offern
Tatort Kaßstraße: Hier ereignete sich am Tulpensonntag die brutale Attacke. Foto: Markus van Offern

Der Täter hatte an Tulpensonntag vier junge Männer auf der Kaßstraße in Höhe von Juwelier Kreutz mit Schlägen verletzt. Zwei der Opfer im Alter von 16, 19 und 21 Jahren mussten ins Krankenhaus. Einer sogar in eine Augenklinik.

Der Schläger ist Emmericher mit türkischen Wurzeln. Mit einer Gruppe von Landsleuten soll er nach Zeugenaussagen am Tulpensonntag an einer Gruppe von Deutschen vorbeigegangen sein. Da war der Zug schon vorbei.

Die Türken sollen die Deutschen beschimpft und beleidigt haben. Es folgte ein Wortgefecht. Der Türke schlug daraufhin um sich und ging dann wieder zu seinen Freunden. Zurück blieben die Deutschen mit Verletzungen im Gesicht. Sie riefen den Türken hinterher, worauf der Schläger sich noch einmal umdrehte und zurücklief.

Info

Polizei schweigt

Die Polizei hält sich bei dem jugendlichen Schläger mit Informationen zurück. Grund ist das Alter des Täters.

In ihren offiziellen Erklärungen spricht die Polizei bislang auch von einem deutschen Täter.

Den Migrationshintergrund des Jugendlichen erwähnt sie dabei nicht.

"Opfer willkürlich ausgesucht"

Ein Zeuge: "Dabei sah er den 16-Jährigen. Der hatte mit der Gruppe überhaupt nichts zu tun, sondern stand einfach nur da. Der Täter schlug ihm aus vollem Lauf ins Gesicht. Der Junge ist direkt umgefallen und mit dem Kopf aufs Pflaster geknallt."

Der Zeuge weiter: "Das Opfer konnte überhaupt nicht damit rechnen, dass es angegriffen wird und war völlig wehrlos. Ich hatte den Eindruck, dass der Schläger einfach nur seine Wut und Aggression loswerden wollte. Der hat sich sein Opfer willkürlich ausgesucht. Das hat mich an diese U-Bahn-Schläger von Berlin erinnert." Nach Informationen der Redaktion trug der Angreifer einen großen Siegelring. Damit traf er sein 16-jähriges Opfer so schlimm im Gesicht, dass der junge Mann in eine Spezialklinik gebracht werden musste. Der Schlag verletzte ihn am Auge.

Der Schläger, dem später bei der Polizei eine Blutprobe entnommen wurde, versuchte nach der Tat zu fliehen. Passanten verfolgten ihn und hielten ihn in Höhe von "Sport Tenhagen" fest. Nach Zeugenaussagen versuchte er sich loszureißen und rief: "Was habe ich denn getan?" Den Ring versuchte er vor der Polizei zu verstecken, die ihn dann allerdings entdeckte.

Noch vor dem Eintreffen des Krankenwagens kümmerten sich einige Frauen um den 16-Jährigen, der nach dem Schlag zunächst regungslos auf dem Pflaster lag. Der Täter ist schon im vergangenen Jahr wegen einer Körperverletzung auffällig geworden.


Quelle: RP/rl


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