Emmerich: Später als sonst erreichte der närrische Lindwurm diesmal Mehr. Der Zug hatte sich später auf den Weg gemacht, das nutzten die N
VON SEBASTIAN LATZEL (TEXT) UND ANDREAS ENDERMANN (FOTOS) - zuletzt aktualisiert: 16.02.2010Emmerich (RPO). HAFFEN-MEHR Der Ortsvorsteher hatte bis zuletzt gezittert. Nicht wegen Schnee und Eis, sondern weil er fürchtete, dass der ein oder andere Wagen nicht rechtzeitig fertig werden könnte. "Dann schreiben wir eben dran: nicht fertig wegen der Wirtschaftskrise", meinte Heinz Scheepers, der Rosenmontag dann aber aufatmen konnte. Die Wagenbauer hatten einen richtigen Endspurt eingelegt und dafür gesorgt, dass auch diesmal wieder zahlreiche Wagen auf die Strecke von Haffen über Bellinghoven nach Mehr gingen.
Eine Stunde später als üblich kam der Lindwurm diesmal im Mehrer Ortskern an. Für die Narren die Gelegenheit, eine Stunde länger zu frieren und zu feiern. Fast den ganzen Morgen schneite es, was der Stimmung keinen Abbruch tat. Manchem konnte es offenbar gar nicht kalt genug sein. Die Mehrer Jungschützen hatten nämlich gleich eine ganze Sauna auf einen Wagen gepackt. Im Bademantel war ihnen auf jeden Fall die Wetter-Tapferkeitsmedaille sicher, auch wenn sie auf nackte Beine wie noch beim Büttenabend am Samstag bei Baumann dann doch verzichtet hatten.
16 Wagen und 10 Fußgruppen zogen diesmal mit. Und auch wenn Nico Hülkenberg den Niederrhein im Formel-1-Zirkus vertritt, schlägt das Herz der Mehrer schlägt offenbar immer noch für Altstar Schumacher. Zug 3 der Mehrer Schützen nahm nämlich Schumis neuen Renner mit. Kein Wunder, schließlich fährt der einen "Mehrcedes Benz". Fragt sich nur, worin der Kerpener derzeit seine Testrennen macht.
Närrischer Hund
Einen außerplanmäßigen Gast hatten die Narren beim Rosenmontagszug.
Ab Bellinghoven folgte ein Terrier dem bunten Treiben. Haffens Präsident Manfred Bockting nahm sich des Vierbeiners an und suchte über das Mikrofon nach dem Besitzer. Der wurde schließlich auch gefunden.
Da passt es, dass der Thron Haffen die Ölkrise aufs Korn nahm, während der Thron aus Mehr als Cowboys mit dem Saloon unterwegs war.
Feuerwehr und Brücke
Auch lokale Ereignisse wie die Mehrer Brücke (Freundeskreis Mehr) und die Suche nach dem Standort für die Feuerwehr (Zug 1 Mehr) wurden auf den Wagen gepackt. Die Brücke wurde gleich in eine Rialto-Brücke verwandelt. da fühlte sich mancher dann wie beim Karneval in Venedig.
Für die lautestes Beschallung sorgte die Truppe um Moritz Kleineberg, die zwei Trabbis auf den Weg brachten und mit Rock- und Hippiesongs die Zeit von "Peace and Love" wiederbelebten. Mit dabei waren auch jede Menge Pumuckl (Zug 4 Mehr), Bauern, die eine Frau suchen (Zug 2 Mehr), Atzen aus Haffen und passend zur Jahreszeit diverse Weihnachtsmänner mit dem Cola-Wagen. Bester Stimmung waren auch beide Prinzenpaare aus Haffen und Haldern, die mit ihren Wagen beim Zug mitfuhren und kräftig Beifall klatschten, als die Tanzgruppen auch in der Kälte Rhythmusgefühl zeigten.
Interessantes Detail am Rande: Der Schweinegrippe-Wagen (Rolf Thols) fuhr genau vor den Maltesern – vermutlich damit die Sanitäter im Notfall eingreifen konnten. Auf dem Wagen drehte sich ein ganzes Spanferkel auf dem Grill. Lecker
Nach der Party auf dem Marktplatz in Mehr zogen Zug und Narren weiter nach Haffen, wo Bürgermeister Christoph Gerwers bereits mit dem Schlüssel wartete. Und wie beim Altweibersturm hatte er auch hier keine Chance. Die Jecken entrissen ihm den Schlüssel und übernahmen das Kommando.
Aus Mehrhoog war erneut eine Fußgruppe beim Zug im Nachbarort mit dabei. Die Jecken hatte im Vorjahr vollmundig angekündigt, diesmal mit einem eigenen Wagen mitzuziehen. Doch daraus wurde dann nichts. "Im nächsten Jahr klappt es dann auf jeden Fall", schwor Thomas Geerts. Die Chancen dafür stehen gut, denn einen Wagen haben die Mehrhooger bereits angeschafft.
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