Emmerich: Tausende Puten verendet
VON SINA ZEHRFELD - zuletzt aktualisiert: 21.08.2012Emmerich (RP). In einem Geflügelzuchtbetrieb bei Elten sind gestern 6000 bis 8000 Puten durch die Hitze verendet. Die Feuerwehr war mit Lüftungsgeräten im Einsatz, um weitere zehn- bis zwölftausend zu retten. Den Hof trifft keinerlei Schuld.
Für den Geflügelhof bei Elten ist das Geschehen ein Schlag. 6000 bis 8000 Puten starben gestern, wohl in den Morgenstunden nach dem extrem heißen Wochenende, in den großen Hallen, in denen die Vögel aufgezogen werden. Die Feuerwehr war seit dem Mittag mit schwerem Gerät vor Ort, um die übrigen zehn- bis zwölftausend Tieren dem Betrieb vor dem Hitzetod zu bewahren.
Die Hallen waren korrekt mit Frischluftanlagen ausgestattet, die auch fehlerfrei arbeiteten. Überhaupt werde der Hof absolut vorbildlich bewirtschaftet, betonte das Kreisveterinäramt eindringlich.
"Es war alles in Ordnung, man kann dem Betrieb nicht das Geringste anlasten", fasste Kreissprecher Eduard Großkämper zusammen. "Aber die Luft war nach dem Wochenende so aufgeheizt, dass die Anlagen nicht mehr in der Lage waren, die extremen Bedingungen aufzufangen." Hinzu kommt, dass die Tiere in Kürze geschlachtet worden wären. Sie waren entsprechend groß und schwer, was die Situation in den Hallen verschärfte.
Geflügelzucht
In der Geflügelzucht, etwa bei Hühnern oder auch Puten, ist es üblich, dass die Tiere von großen Betrieben als Küken eingekauft werden.
Sie werden dann innerhalb der Betriebe zur "Schlachtreife" gebracht.
Ab dem Mittag war die Feuerwehr mit Lüftungsgeräten im Dauereinsatz, um für Kühlung in den Gebäuden zu sorgen. Dazu wurden Industrielüfter aus der Umgegend herbeigeschafft, unter anderem von anderen Feuerwehren. Schätzungen zufolge sollte die Aktion auch die Nacht hindurch andauern.
Außerdem wurden auf den Freiflächen des Hofes Gatter aufgestellt und die Tore der Hallen geöffnet, um die Vögel ins Freie zu lassen. Alle Maßnahmen liefen in enger Begleitung durch das Kreisveterinäramt.
Der Betreiber des Hofes hat offenbar ausgesprochen bestürzt auf das Geschehen reagiert. "Es ist eine dramatische Situation, wenn es über ein Drittel eines Bestandes von jetzt auf gleich nicht mehr gibt", so Kreis-Sprecher Großkämper. "Mit den Tieren, die überlebt haben, ist zum Glück alles in Ordnung." Auch sie stehen kurz vor der Schlachtung, die wohl binnen der nächsten Tage regulär erfolgen wird. Die verendeten Tiere hingegen sollten schnellstmöglich weggeschafft und fachgerecht entsorgt werden.
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