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Emmerich: Telekom: Möllenbeck bespitzelt

VON MARKUS BALSER - zuletzt aktualisiert: 20.11.2008

Emmerich (RPO). Die Emmericherin Irene Möllenbeck ist ebenfalls Opfer der Bespitzelungsaffäre geworden. In Unterlagen, die der Bonner Staatsanwaltschaft vorliegen, tauchen ihre Telefonverbindungsdaten aus dem August 2005 auf.

Irene Möllenbeck ist ebenfalls Opfer der Bespitzelungsaffäre geworden. Foto: RP
Irene Möllenbeck ist ebenfalls Opfer der Bespitzelungsaffäre geworden. Foto: RP

Irene Möllenbeck weiß seit vergangener Woche, dass auch sie zu den Opfern der Bespitzelungsaffäre bei der Telekom gehört. Die ehemalige Bürgermeisterin Emmerichs, seit sieben Jahren Geschäftsführerin des Konzernbetriebsrates der Telekom, wurde darüber durch ein entsprechendes Schreiben der Staatsanwaltschaft informiert.

„Es geht dabei um meine Handy-telefonate aus dem August 2005“, sagt sie. Fest steht dass zumindest ihre Verbindungsdaten aus diesem Zeitraum von einer externen Firma aufgezeichnet wurden. „Ob davon auch mein Festnetzanschluss betroffen ist, ist unklar“, erklärte Möllenbeck gegenüber der Rheinischen Post.

Entschuldigung vom Vorstand

Wie berichtet, wurde unter dem alten Vorstand der Telekom eine Detektei damit beauftragt, eine undichte Stelle im Aufsichtsrat zu finden, über die angeblich geheime Informationen an die Öffentlichkeit gedrungen sein sollen. Erst jetzt wurde bekannt, dass in den Jahren 2005 rund 2006 deshalb zahlreiche Personen aus dem Umfeld der Telekom ausspioniert wurden.

Die Bonner Staatsanwaltschaft erklärte gestern, nach bisherigen Erkenntnissen seien 60 Personen mit teils mehreren Telefonanschlüssen von den Bespitzelungen betroffen. Unter ihnen seien Aufsichtsräte von Telekom und T-Mobile, ein Telekom-Vorstandsmitglied, Angehörige des Betriebsrates, weitere Mitarbeiter der Telekom sowie sieben Journalisten, zudem „dem Konzernbereich nicht zuzuordnende Dritte“. Wie die Staatsanwaltschaft betonte, handele sich um eine vorläufige Zahl, die sich mit Sicherheit noch erhöhen werde. Man habe die Betroffenen angeschrieben und ihnen Gelegenheit gegeben, Strafantrag zu stellen.

Irene Möllenbeck wird dies noch tun und den Fall ihren Anwälten übergeben. Zwar hat sich die neue Konzernleitung bei ihr entschuldigt, doch die Emmericherin will die Sache nicht auf sich beruhen lassen. „Ich möchte, dass die Verantwortlichen dafür zur Rechenschaft gezogen werden und der Fall vollständig aufgeklärt wird“, sagte sie der RP. Durch den Vorfall sieht sie nicht nur den Datenschutz verletzt, sondern auch den Versuch, die Mitbestimmung aus den Angeln zu heben. Viele Betroffene seien schließlich Betriebsräte.

Nach einem Gespräch, das sie jetzt mit der neuen Konzernspitze in Berlin führte, ist sie jedoch zuversichtlich, dass der Skandal aufgeklärt wird. „In die neue Führung habe ich volles Vertrauen“, sagt sie.

Die Staatsanwaltschaft Bonn ermittelt jetzt jedenfalls erst einmal weiter – wegen des Verstoßes gegen das Bundesdatenschutzgesetz sowie der Verletzung des Post- und Fernmeldegeheimnisses.

Quelle: RP

 
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