Haldern: Tepferdt platzt aus allen Nähten
VON JULIUS BRÜNTINK - zuletzt aktualisiert: 09.03.2009Haldern (RPO). "Rock im Saal", von der RP präsentiert, ist ein voller Erfolg: 800 Musik-Fans bringen den Saal der Gaststätte zum Kochen. Die "Kilians" sind die Gewinner des Abends.
Gisbert zu Knyphausen – mit diesem Namen mag der Unwissende wohl eher einen kauzigen Adligen als einen Sänger und Gitarristen assoziieren. Der 29-jährige Wahl-Hamburger, der für seine vornehmlich akustische Musik mit schwermütigen bis hoffnungsvollen Texten bekannt ist, stellte Samstag beim "Rock im Saal" in der Halderner Gaststätte Tepferdt den Haupt-Act. Er präsentierte eine Vielzahl seiner Lieder vom selbstbetitelten Debütalbum "Gisbert zu Knyphausen" und erschuf mit seiner Band eine einzigartige Atmosphäre, die Lust auf mehr macht. Glücklicherweise schaffte er dabei fast immer das Kunststück, bei aller Melancholie und Romantik nicht in das aufgebrauchte Klischee des Liedermachers zu gleiten. Den zwischenzeitlichen "Stromausfall" nahm er gelassen hin. "Das ist wohl ein gezieltes Attentat auf mich", schmunzelte er.
Wartezeit verkürzen
Das kleine Haldern-Festival "Rock im Saal" ging bereits zum 15. Mal über die Bühne. Es soll helfen, die Wartezeit bis zum großen Open-Air zu verkürzen.
Karten kosteten in diesem Jahr 15 Euro (Vorverkauf) beziehungsweise 19 Euro an der Abendkasse.
Wahrscheinlich lag es an den "Kilians" aus Dinslaken, die zuvor mit solidem und lautem Gitarrenrock das Letzte aus dem Equipment herausgeholt hatten. Bei eingängigen Indie-Songs wie "Sunday" oder "Fight the start" kam Partystimmung im Festsaal auf, der zwischenzeitlich beinahe aus allen Nähten platzte.
Insgesamt spielten die "Kilians", die unverkennbar von den britischen "Strokes" beeinflusst sind, zum sechsten Mal in Haldern, was Sänger Simon veranlasste, das gutgelaunte Publikum mit einigen Spritzern aus seiner Wasserflasche zu erfrischen.
Zuvor hatten "Enno Bunger" um 20 Uhr das Programm mit verträumten Melodien eröffnet. Das Trio aus Ostfriesland überzeugte weitgehend an Piano, E-Bass und Schlagzeug. Ab 24 Uhr feuerte "DJ Saint Paul" elektronische Klänge, die vermutlich irgendwo zwischen Dancehall und Discofunk einzuordnen sind, aus seinem Mischpult in die tanzfreudige Menge.
Fazit: Rock im Saal ist keineswegs die langweilige Alternative für regenscheue Festival-Besucher, sonder ist immer für eine Überraschung gut!
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