Emmerich: Tierschützer fordern Hunde-Führerschein
zuletzt aktualisiert: 10.11.2011Emmerich (RP). Rees/Hamburg (zel) Die beiden ausgesetzten Hunde sorgen weiter für Diskussionen. Wie berichtet, hat die Stadt in Rees zwei Staffordshire-Bulldog-Mischlingsrüden gefunden. Vorerst sind die beiden so genannten "Kampfhunde" im Tierheim untergebracht.
Auch die Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" ist durch die RP-Berichterstattung auf das Thema aufmerksam geworden. Die Tierschützer kritisieren in einer Stellungnahme die vor kurzem eingeführte Extra-Steuer für gefährliche Hunde. Jeder Hund könne durch falsche Haltung aggressiv werden, völlig unabhängig von der Rasse. Vier Pfoten fordert die Reeser Stadtverwaltung sowie die Landesregierung dazu auf, einen verpflichtenden Hunde-Führerschein für alle Hundehalter einzuführen.
"Wenn Hunde aggressiv werden, ist etwas Grundlegendes in der Erziehung schief gelaufen", sagt Birgitt Thiesmann von "Vier Pfoten". Das Wesen eines Hundes anhand seiner Rasse vorauszusagen, sei wissenschaftlich nicht haltbar. Beim Hunde-Führerschein müssen Halter nachweisen, dass sie ihren Hund verstehen und unter Kontrolle haben.
"Grundsätzlich wissen viele Hundehalter oft nur wenig über das angeborene Sozialverhalten und die Bedürfnisse ihrer Vierbeiner, der Hundeführerschein würde dem entgegenwirken", erklärt Thiesmann. Zusätzlich wäre Training für verhaltensauffällige Hunde aller Rasse sowie für deren Halter anzuraten. "Das Problem mit Hunderassen wie etwa dem Rottweiler liegt meist an deren Image. Sie gelten als gefährlich und werden daher gerne von denjenigen Menschen genommen, die eine "Waffe" an der Leine führen wollen. Zusätzlich werden sie oft sogar noch zur Schärfe erzogen. Kein Hund ist von klein auf aggressiv", meint Birgitt Thiesmann.
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