Rees: Tod schon am Vortag gemeldet
zuletzt aktualisiert: 07.04.2009Rees (RPO). Rees findet beim Mordfall Gülsüm keine Ruhe. Am Wochenende sorgte der RP-Bericht über Ermittlungen im Zuge des Todes der ersten Ehefrau von Vater Semin für weiteren Gesprächsstoff.
Der Fall hat für viel Wirbel gesorgt.
Mai Das stimmt. Es handelte sich um eine vermeintlich integrierte Familie, insbesondere bei den erwachsenen Kindern. Schließlich musste man feststellen, wie traditionell das Weltbild der Familie Semin jedoch geprägt war und wohl auch noch ist.
Um welche Fakten geht es genau?
Mai Herr Semin ist 1996 bei uns im Rathaus gewesen und wollte hier den Tod seiner Ehefrau anzeigen. Wir waren daher ganz überrascht, dass wir bei einem Anruf im Bocholter Krankenhaus erfuhren, dass seine Frau noch lebt. Am nächsten Tag war seine Frau tot, aufgefunden im Teich des Krankenhauses.
Hat er seiner Frau befohlen, Selbstmord zu begehen?
Mai So etwas wäre reine Spekulation. Kein Außenstehender weiß genau, was passiert ist. Fest steht nur, dass der Vater den Tod seiner Frau einen Tag vorher bekannt gegeben hat. Ich denke, dass uns der Fall auch die Grenzen von dem aufgezeigt hat, was eine Kommune leisten kann. Gülsüm war ja vollkommen integriert und westlich orientiert, auch ihr Bruder ist hier aufgewachsen. Doch was weiter traditionell geprägt war, ist die Beziehung innerhalb der Familie. Und kein Sozialamt oder Jugendamt der Welt kann erzwingen, dass daheim Deutsch gesprochen oder eine westliche Lebenseinstellung gepflegt wird.
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