Emmerich: Tradition auf Rädern
VON MARKUS BALSER - zuletzt aktualisiert: 06.08.2008Emmerich (RPO). Vom einfachen Fuhrunternehmen zum modernen Logistiker: Die Firma Convent ist seit 75 Jahren in Sachen „Güter“ unterwegs. Die Lagerung und der Transport hochwertiger Waren nimmt immer mehr ab Bedeutung zu.
Ob Willy Convent seine Firma, die er vor 75 Jahren gründete, heute noch wiedererkennen würde? Damals hatte sich der Landwirt als Fuhrunternehmer ein zweites Standbein geschaffen. Mit zunächst einer Pferdestärke transportierte er die verschiedensten Waren auf einer Karre durch Emmerich. Ein dreiviertel Jahrhundert später ist Convent längst nicht mehr nur eine Spedition, sondern ein modernes Logistik-Unternehmen, das deutschlandweit und in Benelux mit 22 seiner blau-türkisfarbenen 40-Tonner unterwegs ist.
„Die Lagerung und der Transport hochwertiger Waren nehmen für uns an Bedeutung immer mehr zu“, erklärt Susanne Convent-Schramm. Die Enkelin des Firmengründers, die zusammen mit Peter Rählert die Geschäfte bei Convent führt, hat den rasanten Wandel der Branche hautnah miterlebt. Stichwort Lager-Logistik: Anfang des Jahres eröffnete Convent im Gewerbegebiet an der Schleuse bereits eine fünfte Lagerhalle. Die 18 000 Quadratmeter, etwa die Hälfte der Gesamtfläche, die dem Unternehmen für die Lagerung von Waren zur Verfügung steht, sind bereits ausgelastet.
80 Mitarbeiter
Die Firma Convent beschäftigt derzeit 80 Mitarbeiter und fünf Azubis. Zum Team gehören 20 Fahrer, 30 Lagerarbeiter, fünf Techniker und 25 Verwaltungsmitarbeiter.
Das Stammhaus sitzt an der Duisburger Straße. Lagerhallen gibt es zudem An der Schleuse und An der Landwehr.
Dass das Unternehmen immer für neue Entwicklungen aufgeschlossen war, ermöglichte die Expansion trotz schwieriger Zeiten. „In den 90er Jahren fielen die festgelegten Tarife für Transporte. Stattdessen gab es rein marktwirtschaftliche Preise. Das hat zusammen mit steigenden Kosten durch Spritpreise und Mautgebühr für ein großes Sterben von Speditionen gesorgt“, weiß Peter Rählert.
Davon ist Convent weit entfernt. Anfang des Jahres gab das Unternehmen den immer unattraktiver werdenden Geschäftsteil „Luftfracht“ mit einem Standort bei Frankfurt auf und setzt auf neue Schwerpunkte: Vor allem Futtermittel, Gefahrgut und Kunststoffe, werden nun umgeschlagen, zuletzt etwa 120 000 Tonnen im Jahr. Dass sich das Unternehmen auf hochwertige Güter spezialisiert, bringt Vorteile: „Bei Waren, die an sich schon teuer sind, fallen die Kosten für Transport und Lagerung nicht mehr so stark ins Gewicht“, sagt Susanne Convent-Schramm.
Sie steht seit drei Jahren mit Peter Rählert an der Spitze der Firma. Die 40-Jährige ist für das operative Geschäft zuständig, Rählert (51) für den kaufmännischen Part. Zuvor hatte ihr Vater Theo Convent zusammen mit seiner Frau Irene den Betrieb in über drei Jahrzehnten ausgebaut. „Dass wir bereits in der dritten Generation ein inhabergeführtes Familienunternehmen und kein großer Konzern sind, hat Vorteile. Viele Kunden wissen es zu schätzen, dass es bei uns kurze Entscheidungswege gibt“, so Peter Rählert.
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