Emmerich: Urlauber sitzen fest
VON ANJA SETTNIK UND MARKUS BALSER - zuletzt aktualisiert: 20.04.2010 - 13:08Emmerich (RPO). Auch wenn das Flugverbot jetzt gelockert wird: Noch sitzen auch viele Urlauber aus Emmerich und Rees fest. Bei den Reisebüros, Veranstaltern und Fluggesellschaften stehen die Telefone nicht mehr still.
Angelika Queisler nimmt's mit Fassung: Die bange Frage, wie es denn nun weitergehen soll, hat die Chefin des Emmericher Reisebüros am Neumarkt gestern wohl schon zigmal beantwortet. Sie weiß es auch nicht.
Die Asche-Wolke des isländischen Vulkans legt weiter den Flugverkehr lahm. Und konkrete Informationen von Reiseveranstaltern und Fluggesellschaften sind Mangelware. "Die können auch nichts sagen", berichtet Queisler, die am Freitag selbst noch auf Mallorca gestrandet zu sein schien. Nur durch einen Zufall und einen Umweg über Stuttgart statt Düsseldorf kam sie doch noch wieder zurück.
Schon fünf Tage
Seit Donnerstag, 15. April, ist der Flugbetrieb eingeschränkt, von Freitag an flog in Weeze und über fast ganz Europa nichts mehr. Ryan-Air fliegt ab Weeze unter normalen Bedingungen rund 50 Ziele an – einige mehrmals am Tag, andere zweimal in der Woche. Bis zu 10 000 Passagiere pro Tag sind betroffen. In Weeze "parken" fünf Maschinen.
Im letzten Moment, denn jetzt geht gar nichts mehr. Zu den Notrufhotlines können selbst die Reisebüros nicht mehr durchdringen. "Das ist das reinste Chaos", sagt Queisler. Sie hat nicht nur jede Menge Anfragen von Urlaubern, die festsitzen, sondern auch von Kunden, die in diesen Tagen ihre Reise erst noch antreten wollen: "Selbst wenn das Flugverbot jetzt aufgehoben wird, ist noch unklar, wie es dann weiter geht und wer als erstes dran ist. Vor allem, wo sollen die vielen Maschinen hergeholt werden, die man dann braucht?"
Zum Glück hätten die meisten Kunden Verständnis. Wer seine Reise gar nicht erst antreten kann, bekommt das Geld vom Veranstalter zurückerstattet. Wer allerdings festhängt, wird unter Umständen die unfreiwilligen Extra-Tage im Urlaubsparadies selbst bezahlen müssen. "Höhere Gewalt", argumentieren manche Reiseveranstalter, andere zeigen sich kulant. Ungezählt sind die Fluggäste, die davon betroffen sind. Ryanair-Sprecherin Henrike Schmidt sagt, dass es wohl zehntausende Passagiere gibt, die allein darauf warten, nach Weeze zurückfliegen zu können. Es sind ja nicht nur diejenigen, die in den letzten Tagen "gestrandet" sind. Viele Menschen wollten einfach aus dem Urlaub zurückkehren, den sie womöglich schon vor 14 Tagen begonnen haben. "Wenn wieder geflogen werden kann, werden wir zusätzliche Maschinen einsetzen." Sie rät, Umbuchungen online vorzunehmen – die zwei Telefon-Hotlines seien noch immer überlastet. Wie berichtet, wird Ryanair vor morgen keinesfalls fliegen.
Flughafensprecher Holger Terhorst findet es gut, dass die Airline nicht allzu kurzfristig plant. "Es ist für die Fluggäste besser, sich darauf einrichten zu können, dass in den nächsten Tagen keine Flüge möglich sind."
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