Emmerich: Weder Fisch noch Fleisch
VON LUTZ KÜPPERS - zuletzt aktualisiert: 02.08.2008Emmerich (RPO). Am Freitag wurde der Hamburger Fischmarkt eröffnet. Erstmals bringen Aal-Hinnerk, Bananen-Fred und Nudel-Udo ihre Waren im Stromland an der Martini-Kirche an den Kunden. Besonders gelungen war der Auftakt aber nicht.
Bürgermeister Johannes Diks stand die Begeisterung nicht gerade ins Gesicht geschrieben. Um 13 Uhr sollte er gestern den Fischmarkt eröffnen. Doch vorbereitet war so gut wie nichts. Wie aus Schausteller-Kreisen zu hören war, war der Veranstalter, der ansonsten immer die Eröffnung durchführt, am Montag krank geworden. Und offensichtlich waren seine Kollegen bis zum gestrigen Freitag nicht in der Lage, ein paar Sätze, eine kleine Ansprache vorzubereiten. Zwar schnappte sich Aal-Hinnerk alias Heiko Hoffmann kurz das Mikro. Doch auf seinem Verkaufswagen gibt er schon eine wesentlich bessere Figur ab als bei diesem offiziellen Anlass. Bürgermeister Johannes Diks rettete die Szene dann glücklicherweise noch mit einer flüssigen Ansprache.
Die Öffnungszeiten
2002 gastierte der Hamburger Fischmarkt erstmalig in Emmerich.
Sein bisheriger Platz war immer auf dem Neumarkt. In diesem Jahr stehen die Buden erstmals auf dem Stromland an der Promenade, direkt unterhalb der Martini-Kirche.
Der Fischmarkt ist heute von 9 bis 20 Uhr geöffnet. Morgen geht es um 11 Uhr los. Schluss ist dann um 20 Uhr.
Ganz klar: Der Standort am Rhein passt wesentlich besser zu einem Fischmarkt als die drei Male zuvor an der Neumarkt-Ruine. Doch die Veranstaltungen mit Gotthilf Fischer, der sich hier zwei Mal durch die heile Welt sang, sind nicht mit gestern zu vergleichen.
Geklatscht, getrunken, gekauft
Hunderte Emmericher waren damals gekommen, hatten geklatscht, getrunken, gekauft. Damals gingen schon zu Beginn viele Nudel-, Obst- oder Fischpakete über die nicht vorhandene Theke. Und gestern? Fehlanzeige. Es war ja kaum jemand da, der etwas hätte kaufen können. Wenigstens einen Shantychor hätte man ja mal verpflichten können, um die Leute anzulocken und für maritimes Flair zu sorgen.
Nun wird der Fischmarkt so oder so seine Geschäfte machen. Weil nämlich an Wochenenden viele Gäste über die Promenade flanieren. Und beim gutem Wetter sogar in wahren Massen. Was ihnen dabei vermutlich gar nicht gefallen wird, ist der Bereich zwischen Fährstraße/Bastion und St. Martinikirche. Dort werden nur Billig-Waren (Beispiel: „Designer“-Uhren für 4,95 Euro) verhökert, von Fischmarkt keine Spur. Schlimmer geht’s nimmer. Auch wenn der Veranstalter die Standgelder der dortigen Händler gerne mitnimmt.
Stop! Es ist ganz gewiss nicht alles schlecht. Denn bei schönem Wetter, einem Fischbrötchen und einem Getränk den zotigen Wortduellen der Marktschreier zuzuhören, macht schon Laune. Wirklich.
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