Emmerich: Went: 2007 kein Sauna-Protest
VON LUTZ KÜPPERS - zuletzt aktualisiert: 29.07.2009Emmerich (RPO). Erstaunlich: Als Mitglied des Aufsichtsrates hörte sich Uwe Went 2007 auf der EGD-Sitzung das Gutachten des Deutschen Saunabundes an, das er heute anzweifelt. Protestiert oder nachgefragt hat er damals aber nicht.
Die Niederschrift der Aufsichtsratssitzung ist unmissverständlich: Als am 16. Oktober 2007 das Gremium, das jetzt die neue Saunalandschaft in Auftrag gegeben hat, bei den Stadtwerken zusammentraf, war auch Uwe Went dabei. Das bestätigten gestern auf RP-Anfrage Aufsichtsratsvorsitzender Willy Roebrock und Ulrich Schnake, Geschäftsführer der städtischen Tochter EGD, die den Bauauftrag vergibt. Ansonsten wollten sie sich nicht zu der Sitzung äußern.
Das Interessante: Unter Punkt fünf stand die "Studie zum Besucherpotential einer Saunaanlage" in Emmerich auf der Tagesordnung. Dabei handelt es sich genau um jenes Gutachten des Deutschen Saunabundes, das jetzt von den Sauna-Gegnern (offiziell Went plus Peter Driessen und Egbert Peters) so heftig angezweifelt wird.
Kein Rausschmiss
Gestern meldete sich Andreas Mittmann (rechts) zu Wort. In den Räumen des Betreibers vom "Hotel am PAN" hatte die Pressekonferenz mit Vorstellung der Initiative stattgefunden.
Mittmann betont, dass nicht er es war, der BGE-Chef André Spiertz (links) zum Verlassen des Raumes, in dem die Pressekonferenz stattfand, aufgefordert hat. Entsprechende Anfragen habe er nämlich zuletzt erhalten.
Vielmehr sei es Went selbst gewesen, der in Richtung seines ehemaligen Parteikollegen gerufen habe, dass es sich nicht um eine öffentliche Veranstaltung handele.
Erstaunlich: Zweifel an den Besucherzahlen, Protest oder wenigstens eine Nachfrage hat es damals von Went nicht gegeben! Das haben der RP mehrere Mitglieder des Gremiums versichert.
Went, der bereits im Mai des gleichen Jahres aus der Fraktion der BürgerGemeinschaft Emmerich (BGE) "wegen eines gestörten Vertrauensverhältnisses" ausgeschlossen wurde, saß damals als Parteiloser weiter im Rat sowie im Aufsichtsrat der EGD. Die BürgerGemeinschaft hatte nach zwei Alleingängen von Went (siehe Kommentar links) schlichtweg die Nase voll.
Zurück zur Sitzung. Die dauerte damals von 18 bis 20 Uhr. Nach dem Vortrag (45 Minuten) wurde nach RP-Informationen diskutiert – und zwar so, dass anschließend sogar ein "bauliches Konzept für eine Realisierung der Sauna" eingeleitet wurde, wie es in der Niederschrift heißt. Protest von Uwe Went damals? Fehlanzeige. Weil sich das Gremium einig war. Ein Gremium, an dem an diesem Tag auch Uwe Went saß. Ein damals wohl ungewohnt stiller Uwe Went.
Erste Listen sollen ausliegen
Heutzutage setzt er aber alle Hebel gegen das 5,7-Millionen-Euro-Projekt in Bewegung. So erhielt Went gestern die Genehmigung vom Ordnungsamt, in den nächsten vier Wochen mit einem Stand auf dem Markt vertreten zu sein. Dabei lobte er das "unkomplizierte Verfahren" durch die Stadt.
Außerdem wollen die Sauna-Gegner auch bei Schützenfesten oder vor Supermärkten vor Ort aktiv werden. Eben überall da, wo mit größeren Menschenmengen zu rechnen ist. Hier hilft Went die Erfahrung aus der Unterschriftenaktion gegen das PAN von 2001.
Gestern sollte auch das Auslegen der Unterschriftenlisten beginnen. In welchen Geschäften Gleichgesinnte unterschreiben können, konnte Went gestern nicht sagen. Das soll heute nachgeholt werden.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



