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Emmerich: Wie lange noch katholisch?

VON CHRISTIAN HAGEMANN - zuletzt aktualisiert: 14.07.2011

Emmerich (RP). Macht es Sinn, die Liebfrauen-Grundschule weiterhin als katholische Bekenntnisschule zu führen? Schulleiter Heribert Feyen stellt den Eltern diese Frage. Der Anlass ist die gescheiterte Neueinstellung einer Lehrerin.

Info

Das ist die Lage

Bekenntnisschule In ihr werden (theoretisch) Schüler des gleichen religiösen Bekenntnisses unterrichtet.

Katholische Bekenntnisschulen sind die Leegmeer-Schule, die Liebfrauen-Schule und St. Georg in Hüthum.

Gemeinschaftsschulen sind Michael in Praest, Rheinschule und Luitgardis in Elten.

Der Brief von Feyen ist erst wenige Tage alt. Der Anlass: Junge Lehrer in Nordrhein-Westfalen sind zu Bewerbungsgesprächen unterwegs gewesen. Auch an Feyens Schule, denn es galt, eine Stelle neu zu besetzen.

"Für diese Stelle hätten sich auch gerne junge Kolleginnen aus unserem Lehrpersonal beworben, die bisher als Vertretungslehrer tätig waren", schreibt Feyen. "Sie waren aber am Bewerbungsverfahren nicht zugelassen, weil nur Menschen katholischen Bekenntnisses sich an unserer katholischen Grundschule bewerben können."

Ärgerlich, weil so personelle Kontinuität verhindert worden ist. Und: Früher wurden die Lehrer durch das Emmericher Schulamt zugewiesen, schreibt Feyen. Da ging es weniger streng zu. An der Liebfrauenschule gibt es nämlich auch evangelische Lehrer.

Feyen hat den Eltern aus diesem Anlass die Daten von seiner Schule mitgeteilt.

268 Kinder aus 21 Nationen besuchen die Schule.

157 von ihnen sind katholisch.

46 sind evangelisch.

65 Kinder haben ein anderes religiöses Bekenntnis oder gehören keiner Glaubensgemeinschaft an.

Die Eltern haben es in der Hand, den Zusatz der Bekenntnisschule zu streichen. Ein Fünftel der Eltern müsste einen schriftlichen Antrag stellen, anschließend gäbe es eine Abstimmung: Würden mehr als zwei Drittel der Änderung zustimmen, wäre sie beschlossen.

Feyen äußert in seinem Brief Sympathie für die Idee. Er sieht angesichts der Zahlen eine veränderte Lage an seiner Schule. Denn dort gibt es keinen evangelischen Religionsunterricht, auch keinen Religionsunterricht für die Kinder mit anderem Bekenntnis. Obwohl beinahe die Hälfte der Kinder nicht katholisch sind.

Würde aus der Liebfrauenschule eine Gemeinschaftsschule, wäre dies anders. Und es gäbe keine Probleme mehr bei der Besetzung von Lehrerstellen.

Vor 25 Jahren, so Feyen, haben sich die Eltern dafür ausgesprochen, dass Liebfrauen weiterhin Bekenntnisschule bleibt.

Quelle: RP/rl


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Respekt, Herr Feyen! Ein Schulleiter setzt sich für die Umwandlung seiner KGS ein | Initiative "Kurze Beine – Kurze Wege" »
30.12.11 18:29 Uhr
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