Rees: Wofür Bildung gut ist
VON SUSANNE LÖRMANN - zuletzt aktualisiert: 18.06.2007Rees (RPO). 53 Ballons waren es, die am Samstagmittag vor dem Bürgerhaus in den Himmel aufstiegen. An ihnen hingen Zettel mit Wünschen, Zielen und Träumen für die Zukunft, die die Abiturientia des Gymnasiums Aspel nach oben sandte.
Zurück am Boden blieben die Ex-Schüler mit ihren Familien und Lehrern. Zuvor waren in einem feierlichen Festakt im Bürgerhaus die Zeugnisse übergeben worden.
Den Anfang bei den Reden machte die stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Rees, Marie-Hilde Henning. Sie gratulierte den Abiturienten, dass erste wichtige Ziel im Leben erreicht zu haben. Das Motto „créateur de malheur“ sei zum Glück nicht so zutreffend, die Malheurs nicht so schlimm gewesen.
Elternvertreter Helmut Diederichs dankte den Schülern: „Ihr habt uns immer das Gefühl gegeben, alles im Griff zu haben.“ Das Schreckgespenst des Zentralabiturs hatte über den Prüfungen dieses Jahres geschwebt. Auch jetzt, nach seiner Enttarnung als eher harmloses Bettlaken, tauchte es noch in fast jeder Rede auf.
So sagte Schulleiter Roman Claus: „Das Zentralabitur ist auch nur ein Ausschnitt aus der Welt.“ Er riet den Abiturienten, gelassen mit solchen Veränderungen umzugehen, denn oftmals seien sie gar nicht so schlimm, wie es zunächst den Anschein hätte. „Suchen Sie sich Ziele, besinnen Sie sich auf Ihre Stärken. Und vor allem, werden Sie tätig.“
Jahrgangsstufentutor Christian Meuser erinnerte scherzhaft an einige kleine Unannehmlichkeiten, die dem Jahrgang zugestoßen waren. „Wir lernten, dass Glastüren zerbrechen können.“ Wozu ihnen all die Bildung, die man ihnen mitgab, dienen soll, erklärte er auch. „All dies wird euch helfen, in dem, was nun kommt, besser durchzublicken. Es wird euch helfen, der Mensch zu werden, der ihr sein wollt.“ Zwischen den Ansprachen sang Abiturientin Sophie Becker das Lied „One Moment in Time“ begleitet von Nicola Kuhlen am Klavier. Sie leitete über zur Rede der Abiturienten Birga Giesen und Jonas Gottwein. „Heute sind wir alle im Finale“, meinten sie mit augenzwinkerndem Seitenblick auf die populären Castingshows. „Wir wünschen uns allen, dass wir alle Schwierigkeiten, die auf uns zu kommen gut meistern“, schloss Birga Giesen. Jonas Gottwein zitierte Kennedy: „We must use time as a tool, not as a couch.” Oder frei übersetzt: „Das Leben ist kein Ponyhof.”
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