Tischtennis: Abstiegskandidat TTV Rees
VON VOLKER HIMMELBERG - zuletzt aktualisiert: 29.11.2006Der TTV Rees-Groin ist seit vielen Jahren die unangefochtene Nummer eins in Sachen Tischtennis in der Region. Doch jetzt droht der ersten Herren-Mannschaft der bittere Gang in die Bezirksliga.
Die letzte Chance
Um überhaupt noch eine Chance auf den Klassenerhalt zu besitzen, muss Landesliga-Schlusslicht TTV Rees-Groin sein nächstes Heimspiel unbedingt gewinnen.
Am kommenden Samstag, 2. Dezember, tritt die Mannschaft ab 18.30 Uhr in der Turnhalle an der Sahlerstraße gegen den Tabellenachten TuS Wickrath II (7:13-Punkte) an.
Josef Franken war schon dabei, als der TTV Rees-Groin in den 80er Jahren zum sportlichen Höhenflug ansetzte und zwischenzeitlich sogar in der Oberliga spielte. „Auch damals ist kein Geld geflossen“, erinnert sich der mittlerweile 44-Jährige, der immer noch Spitzenspieler der ersten Mannschaft des Traditionsvereins ist. Doch so ernst wie momentan war es um das Aushängeschild des Clubs, der seit Jahrzehnten für seine vorbildliche Nachwuchsarbeit bekannt ist, noch nie bestellt. Nach zehn Spieltagen ist der TTV Rees mit 4:16-Punkten Tabellenletzter. Damit droht der Sturz in die Bezirksliga, zumal es in der laufenden Saison erstmals drei Absteiger erwischen wird. „Es sieht überhaupt nicht gut aus. Aber man kann nun einmal nichts erzwingen“, sagt Franken.
Bislang nur zwei Siege
Die Verantwortlichen hatten schon vor dem Start geahnt, dass es diesmal im Kampf um den Klassenerhalt ganz eng werden könnte. Denn in Peter Gundlach (gesundheitliche Gründe) und Simon Becker (Studium) hatten sich zwei Leistungsträger abgemeldet. Der erste Spieltag weckte Hoffnungen: Völlig überraschend gewann der TTV Rees beim Neuling BW Krefeld mit 9:4. Doch danach gewann der Club nur noch eine weitere Partie (9:3 in Kamp-Lintfort) – zu wenig, um in der Landesliga bestehen zu können. Ein Abstieg könnte für den Traditionsverein bittere Folgen haben. Denn in unmittelbarer Nachbarschaft locken zwei Vereine, die etwas Geld locker machen, damit ihre ersten Mannschaften in Regional- (TuS Xanten) und Oberliga (GW Flüren) spielen können.
Und der TTV Rees hat zwei starke Talente in der Hinterhand, die auf Dauer kaum zu halten sein dürften, falls die „Erste“ in die Bezirksliga absteigt. Die 13-jährigen Samuel Preuß und Carsten Franken, dessen älterer Bruder Jörn bereits beim Oberligisten Flüren spielt, stehen längst auf der Wunschliste anderer Clubs.
Auch Josef Franken, der seinem Verein nun fast schon drei Jahrzehnte lang die Treue hält, weiß um diese Gefahr. Dennoch geht er nicht davon aus, dass der TTV Rees von seiner Linie abweichen wird, die schon zu goldenen Oberliga-Zeiten galt: es wird nicht gezahlt. Franken: „Zum einen ist es enorm schwer, für unsere Sportart einen Sponsoren zu finden. Und zum anderen lehrt die Erfahrung, dass die komplette Struktur eines Vereins leiden kann, sobald Geld im Spiel ist.“
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