Fußball: Ein Torjäger aus Emmerich
VON VOLKER HIMMELBERG - zuletzt aktualisiert: 25.01.2012Der 24-jährige Benedikt Koep gehört zu den Publikumslieblingen des Regionalligisten Rot-Weiß Essen. Der Stürmer, der aus der Jugend der Eintracht stammt, plant jetzt den nächsten Karriereschritt.
Den größten Moment seiner sportlichen Laufbahn erlebte Benedikt Koep am 29. Juli 2011. Der Emmericher, der seit einem Jahr für den Regionalligisten Rot-Weiß Essen spielt, avancierte an jenem Tag in der Partie gegen den Zweitligisten Union Berlin zum Pokalhelden.
In der 71. Minute hatte Koep den Außenseiter vor rund 14000 Zuschauern im ausverkauften Georg-Melches-Stadion zunächst mit 2:0 in Führung gebracht. Die Profis schlugen zwar noch einmal zurück und glichen zum 2:2 aus. Doch im fälligen Elfmeterschießen schlug erneut die Stunde des 1,87 Meter großen Schlaks: Der Emmericher verwandelte den letzten Versuch sicher zum 6:5-Endstand und durfte sich anschließend von den Fans des Traditionsvereins von der Hafenstraße feiern lassen.
Sieben Jahre in Kleve
Benedikt Koep wurde am 7. Oktober 1987 in Emmerich geboren. Bis zur B-Jugend durchlief er alle Nachwuchs-Mannschaften bei der Eintracht.
Im Juli 2003 schloss er sich dem FC Kleve an. Als der Verein im Dezember 2010 Insolvenz anmelden musste, folgte der Wechsel an die Essener Hafenstraße.
Der inzwischen 24-jährige Stürmer, der bis 2003 für seinen Heimatverein Eintracht Emmerich gespielt hatte, gehört bei RW Essen längst zu den Leistungsträgern. Am vergangenen Wochenende trug sich Koep beim 2:1-Erfolg seiner Mannschaft beim FSV Mainz 05 II wieder einmal in die Torschützenliste ein. Jetzt plant der Emmericher den nächsten Karriereschritt. Rund um das Essener Stadion machten unlängst bereits Gerüchte die Runde, Koep habe einen Vorvertrag bei einem Zweitligisten unterschrieben.
Dies dementierte sein Berater gestern allerdings. "Es ist zwar richtig, dass Benedikt den Sprung in die Dritte oder auch Zweite Liga schaffen möchte. Aber Rot-Weiß ist unser erster Ansprechpartner. Wir werden uns im Februar an einen Tisch setzen", sagt Tim Nebelung. Der 35-jährige Klever, der mit seinen Kollegen von der Mönchengladbacher Agentur "GH Sport Management" beispielsweise auch die Finnen Teemu Pukki (Schalke 04) und Timo Furuholm (Fortuna Düsseldorf) betreut, hat angesichts der guten Leistungen seines Schützlings eine starke Verhandlungsbasis.
So dürfte auch über die Position des 24-Jährigen diskutiert werden, dessen Vertrag in Essen zum Saisonende ausläuft. RWE-Trainer Waldemar Wrobel setzt den Emmericher in der Regel im zentralen Mittelfeld oder auf der rechten Außenbahn ein. Tim Nebelung hat dafür nur bedingt Verständnis: "Benedikt bringt eine unglaubliche Physis und den erforderlichen Torriecher mit. Deshalb gehört er als Mittelstürmer in den gegnerischen Strafraum."
Die Chancen auf eine Vertragsverlängerung stehen allerdings nicht schlecht. Zumal sich die Zeichen verdichten, dass Rot-Weiß 2013 den Sprung in die Dritte Bundesliga schaffen möchte – mit möglichst vielen Toren von Benedikt Koep.
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