Motorsport: Nico „nur“ Vizemeister
VON RENÉ DE BOER - zuletzt aktualisiert: 11.08.2008Beim Masters Rennen der Formel 3 Euro Serie musste sich der Emmericher Rennfahrer Nicolas Hülkenberg gestern in Zolder an seinem 21. Geburtstag mit Platz zwei begnügen.
Familientradition
Für Masters-Sieger Jules Bianchi spielt die Rennstrecke im belgischen Zolder eine große Rolle in der Familientradition. Sein Großonkel Lucien Bianchi feierte in den 60er Jahren große Erfolge im Rennsport.
So gewann er 1968 mit dem Mexikaner Pedro Rodriguez im Ford GT40 das 24-Stunden-Rennen von Le Mans und ging in 19 Formel-1-Grands-Prix an den Start. Nach Lucien Bianchi, der 1969 bei einem Testunfall in Le Mans ums Leben kam, wurde auch eine Kurve auf der Rennstrecke von Zolder benannt.
Während seine Teamkollegen Jules Bianchi und Jon Lancaster nach den Interviews im Hospitality-Zelt des Veranstaltungssponsors auf dem Boxendach noch fleißig Autogramme schrieben, schlich Nico Hülkenberg leise durch den Notausgang zurück ins Fahrerlager. „Ja, ich bin etwas enttäuscht, das kann ich nicht verheimlichen“, hatte er zuvor zugegeben. Obwohl beim Masters als Einzelveranstaltung eigentlich nur der Sieg wirklich zählt, war Hülkenberg dennoch relativ zufrieden. „Ein Sieg und ein zweiter Platz bei zwei Starts in diesem Rennen ist keine schlechte Bilanz“, so der Emmericher.
Probleme mit der nassen Strecke
Im Zeittraining am Samstag zeigte Hülkenberg eine solide Leistung, indem er sich in der allerletzten Sekunde noch die Pole-Position sichern konnte. Im Rennen, das auf einer nach starken Regenfällen abtrocknenden Strecke stattfand, konnte er seine optimale Ausgangsposition jedoch nicht ummünzen. „Ich hatte schon gesehen, dass die Strecke vor meinem Startplatz relativ nass war. Auf der weißen Linie vor meinem Startplatz bekamen die Hinterräder dann überhaupt keinen Grip mehr, so dass ich die Führung an meinen Teamkollegen Jules Bianchi lassen musste“, erzählte Hülkenberg nach dem Rennen.
Somit war der erste Platz dahin, und obwohl Hülkenberg in der Anfangsphase des Rennens nach eigenem Bekunden noch optimistisch war, dass er seinen Teamkollegen vielleicht noch einholen konnte, so fuhr der 19-jährige Franzose Jules Bianchi dennoch souverän seinen ersten Sieg in der Formel 3 überhaupt nach Hause. „Gestern war ich der Schnellste, heute war es nun einmal Jules“, stellte Hülkenberg an seinem 21. Geburtstag nüchtern fest.
Für das französische Team „ART Grand Prix“ war es der fünfte Sieg in Folge beim jährlichen Masters-Einladungsrennen. Mit Bianchi als Sieger, Hülkenberg auf Platz zwei und dem Briten Jon Lancaster als Dritter belegten erstmals in der 18-jährigen Geschichte des Formel-3-Masters drei Fahrer aus einem Team die ersten drei Plätze in der Endwertung.
Für Nico Hülkenberg geht es in drei Wochen weiter in der Formel 3 Euro Serie. Dann stehen zwei Rennen auf dem kürzesten Kurs im Kalender, der nur 1,929 Kilometer langen Indy-Variante der Traditionsstrecke von Brands Hatch in der britischen Grafschaft Kent auf dem Programm.
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