Motorsport: Nico bleibt auf dem Teppich
VON VOLKER HIMMELBERG - zuletzt aktualisiert: 01.03.2010Formel 1-Pilot Nico Hülkenberg sorgte zum Abschluss der Testfahrten mit der schnellsten Rundenzeit in Barcelona noch einmal für einen Paukenschlag. Doch der 22-jährige Emmericher schätzt seine Chancen realistisch ein.
Viele PR-Termine
Der Emmericher Nico Hülkenberg wird am Sonntag, 14. März, in Bahrain sein erstes Formel 1-Rennen fahren.
"Bis dahin werde ich noch viel trainieren und im Simulator sitzen. Außerdem gibt's viele PR-Termine. Jedenfalls mehr, als mir lieb sind", verriet Hülkenberg im Gespräch mit "Motorsport Total".
Ehrgeizig, zuversichtlich, konzentriert und realistisch – Nico Hülkenberg vereint die Adjektive auf sich, die einen erfolgreichen Sportler auszeichnen. Am Freitag hatte der 22-jährige Formel 1-Fahrer aus Emmerich bei seiner letzten Testfahrt in Barcelona noch einmal für Aufsehen gesorgt. Er umrundete den "Circuit de Catalunya" mit seinem Williams FW 32 in 1:20,614 Minuten und war damit schnellster Pilot an diesem Tag.
Beeindruckt zeigte sich anschließend unter anderen McLaren-Pilot Lewis Hamilton, der seit seinem Triumph 2008 jüngster Weltmeister der Formel 1-Geschichte ist: "Wir waren zwar mit mehr Benzin unterwegs, da wir ein etwas anderes Testprogramm fahren. Aber ich weiß nicht, ob wir hier überhaupt eine 20,6 hätten fahren können." Hülkenberg seinerseits freut sich zwar über seine guten Testresultate, weiß auf der anderen Seite aber ganz genau, dass diese überhaupt nichts zählen. "Platz eins ist natürlich immer eine schöne Sache. Da wir aber noch nicht in Bahrain sind, bedeutet das rein gar nichts", meinte der Emmericher nach getaner Arbeit im Gespräch mit dem Fachmagazin "Motorsport Total".
Der 22-Jährige hat nach Ablauf der Testphase, in der er rund 3000 Kilometer mit seinem Boliden absolviert hat, die Favoriten für die kommende Saison in der Königsklasse bereits ausgemacht: "Ich denke, dass Red Bull und Ferrari ein gutes Stück voraus sind." Beim Energy-Drink-Flitzer ist der Australier Mark Webber die Nummer eins, Hoffnungsträger des italienischen Rennstalls ist der spanische Champion Fernando Alonso.
"Möglichst viele Punkte holen"
Hülkenbergs weitere Prognosen: "Hinter diesen Teams sehe ich eine Lücke. Dahinter folgen dann McLaren, Renault, Mercedes und vielleicht wir." Weil der englische Cosworth-Motor, mit dem die Williams-Fahrzeuge ausgestattet sind, in den vergangenen Wochen einen überaus zuverlässigen Eindruck hinterlassen hat, rechnet sich der Grand Prix 2-Sieger für seine erste Formel 1-Saison einiges aus. "Ich habe mir zwar für die Saison keine genaue Punktzahl als Ziel gesetzt, da ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht einschätzen kann, was möglich sein wird. Aber ich kann in jedem Fall sagen, dass ich möglichst viele Punkte holen will."
Damit klingt der "Rookie" aus Emmerich momentan wesentlich optimistischer, als beispielsweise Michael Schumacher. Der siebenfache Champion ist nach den bisherigen Testeindrücken mit seinem Silberpfeil noch nicht zufrieden: "Im Augenblick befinden wir uns nicht voll und ganz in der Situation, in der wir gerne wären."
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