Badminton: Rot-Weiße Tristesse
VON JOACHIM SCHWENK - zuletzt aktualisiert: 13.11.2007Der BV Wesel hat unerwartet früh Klarheit, wie es weitergeht. Denn der Traum von der Rückkehr in die Zweite Bundesliga ist schon geplatzt. Das Team soll nun verjüngt werden. Andreas Ruth: „Wir brauchen frisches Blut.“
Weiter mit Piotrowski?
Andreas Ruth will alles versuchen, Nationalspielerin Kathrin Piotrowski, die seit dieser Saison das BV-Trikot trägt, zu halten.
Der stellvertretende Vorsitzende rechnet nicht damit, dass die 27-Jährige schnell eine Entscheidung treffen wird. „Ihr großes Ziel ist die Qualifikation für die Olympischen Spiele. Sie plant derzeit nur bis Peking 2008“, sagte Ruth.
Der Tag danach. Der Tag nach einem Wochenende, an dem alle Träume des BV Wesel Rot-Weiß von der sofortigen Rückkehr in die Zweite Badminton-Bundesliga platzten. Der Tag danach war für den stellvertretenden Vorsitzenden Andreas Ruth, bei Wesels erfolgreichsten Sportverein für den Bereich Leistungssport zuständig, ein Tag, um nach vorne zu schauen. Ruth begann gestern bereits damit, sich seine Gedanken zur nächsten Saison zu machen. Dass er mit den Planspielen schon nach exakt der Hälfte der Partien der aktuellen Spielzeit beginnen muss, überraschte den ehemaligen Bundesliga-Spieler gewaltig.
„Wir wussten, dass der Weg zurück in die Zweite Bundesliga kein Spaziergang wird. Doch dass wir so früh schon aus dem Rennen sind, ist für mich eine negative Überraschung“, sagte Ruth enttäuscht. Rot-Weiße Tristesse. Die Saison ist für das Team, das nach der Verpflichtung von Nationalspielerin Kathrin Piotrowski als Titelanwärter Nummer eins galt, nach dem 3:5 beim Spitzenreiter BC Düren und dem 4:4 beim Dritten SpVgg. Sterkrade-Nord gelaufen. Bei einem Rückstand von fünf Punkten auf den BC Düren ist Träumen nicht mehr erlaubt beim BV Wesel.
Ruud Kuijten hört auf
Stattdessen beginnen die Vorbereitungen für die neue Saison. „Wenn dieses enttäuschende Wochenende einen Vorteil hat, dann ist es die Tatsache, dass wir früh Klarheit haben, wie es weitergeht“, meinte Ruth. Der stellvertretende Vorsitzende kündigte an, dass die Mannschaft verjüngt werden soll. Was zwangsläufig ohnehin hätte geschehen müssen, da der Belgier Ruud Kuijten schon vor geraumer Zeit angekündigt hat, dass er den BV nach dieser Saison verlassen wird.
Den großen Schnitt wird’s freilich nicht geben. Andreas Ruth möchte mit Spielern wie Stephan Löll, Benjamin Wanhoff, Kathrin Piotrowski und Diane Lakermann weiterarbeiten. „Doch wir brauchen auch frisches Blut“, sagte der stellvertretende Vorsitzende. Denn ihn hat beeindruckt, wie der BC Düren und die SpVgg. Sterkrade am Wochenende „mit jungen, ehrgeizigen Mannschaften“ dem einstigen Top-Favoriten der Liga die Grenzen aufzeigten.
Mit welcher Zielsetzung der BV Wesel in die nächste Saison gehen wird, ist noch ungewiss. Das wird in erster Linie von der finanziellen Situation abhängen. „Wir werden einen Kassensturz machen. Dann werden wir sehen, was möglich ist“, meinte Andreas Ruth, der das neue Team in enger Zusammenarbeit mit Nicole Baldewein zusammenstellen will. „Sie ist meine erste Ansprechpartnerin.“ Die ehemalige Nationalspielerin arbeitet seit einigen Monaten als Trainerin beim BV. Sie soll dafür sorgen, dass der Club beim Nachwuchs an einstige Erfolge anknüpfen kann.
„Lichter gehen bestimmt nicht aus“
Ruth geht davon aus, dass sich bei der Jugend in zwei oder drei Jahren erste Erfolge einstellen werden. „So etwas braucht seine Zeit. Schließlich haben wir gerade erst damit begonnen, uns im Jugendbereich neu aufzustellen, um dort wieder erfolgreich zu sein.“ Dazu gehört auch, den Talenten bei den Senioren die Perspektive Leistungssport anbieten zu können – sprich: eine erste Mannschaft zu haben, die wenigstens in der Regionalliga spielt. „Die Lichter werden jetzt in Wesel bestimmt nicht ausgehen, weil wir unser großes Ziel verpasst haben. Es wird in Wesel weiter Spitzensport geben“, verspricht der stellvertretende Vorsitzende.
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