Tennis: Schul-Tennis vor dem Aus
VON VOLKER HIMMELBERG - zuletzt aktualisiert: 25.06.2008Unter Regie von Trainer Joachim Graef hatte der TC Rot-Weiß Emmerich in den vergangenen Jahren erfolgreich die Zusammenarbeit mit den örtlichen Schulen intensiviert. Doch wahrscheinlich hat das Projekt keine Zukunft.
Ferienkurse
In den Sommerferien sind drei jeweils dreitägige Kurse für Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 16 Jahren vorgesehen (3. bis 5. Juli, 31. Juli bis 2. August und 7. bis 9. August).
Infos erteilt Joachim Graef unter Telefon 01 60 / 7 30 52 60.
Noch im vergangenen Jahr war die Resonanz riesig. Insgesamt 15 (!) Emmericher Schulklassen hatten beim Traditionsverein Rot-Weiß einen Tennis-Tag absolviert. Denn es hatte sich bei den örtlichen Pädagogen herumgesprochen, dass die Kinder und Jugendlichen bei Cheftrainer Joachim Graef bestens aufgehoben sind.
Doch jetzt droht dem Schultennis-Projekt, das der Coach kurz nach seinem Antritt in Emmerich auf die Beine gestellt hatte, das Aus. „Es ist gut möglich, dass heute zum letzten Mal eine Klasse bei uns zu Gast war. Ein weiterer Termin ist jedenfalls nicht vorgesehen“, sagte Graef, der gestern mit 28 Jungen und Mädchen der neunten Klassen der Städtischen Realschule unermüdlich Vor- und Rückhandschläge einübte.
Der Hintergrund: Der Vorstand der Rot-Weißen um den Vorsitzenden Gregor Langen hat sich zu einem Sparkurs entschlossen. So ist zunächst einmal kein Geld mehr für die Stunden vorgesehen, die Graef mit den Schülern auf dem Platz verbringen muss. Auch die Zukunft des Trainers, der in Recklinghausen lebt, ist noch ungewiss – sein zum 30. September auslaufender Vertrag ist jedenfalls immer noch nicht verlängert worden.
Nachwuchs-Förderung
Dabei hatten auch die Rot-Weißen in der Vergangenheit vom Schul-Tennis profitiert. Denn einige Kinder und Jugendliche, die inzwischen Mitglied im Verein und in den Nachwuchsmannschaften aktiv sind, waren bei einem Besuch mit ihrer Klasse auf den Geschmack gekommen. Auch die jungen Gäste von der Realschule hatten gestern viel Spaß am Sportunterricht der anderen Art. „Die Jugendlichen befinden sich zwar gerade in einem schwierigen Alter. Doch wenn sie bereit sind, den einen oder anderen Tipp anzunehmen, sieht man direkt Fortschritte. Vor allem die Jungs, die in ihrer Freizeit Fußball spielen, bringen das nötige Talent mit“, meinte Graef.
Natürlich durfte gestern auch der Lehrer zum Schläger greifen. Nach einigen Aufschlag-Übungen geriet Thomas Hölscher ganz schön ins Schwitzen. Das stimmte ihn nachdenklich: „Es ist ganz gut, dass ich mitgekommen bin. Denn so habe ich wenigstens gemerkt, dass ich wohl wieder öfter einmal Sport treiben sollte.“
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