Fußball: Wenn das Herz still steht
VON MONIKA HARTJES - zuletzt aktualisiert: 11.12.2007Nicht nur im Fußball hat der RSV Praest in Emmerich die Nase vorn. Auch in Sachen „Erste Hilfe“ ist der Club vorbildlich und schaffte nun einen Defibrillator an.
Wenn das Herz still steht, geht es um Leben und Tod. Mehr als 100000 Menschen sterben jährlich in Deutschland den “plötzlichen Herztod”. Bei 90 Prozent aller Menschen mit plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand liegt anfangs ein sogenanntes Kammerflimmern vor. Das kann unter anderem im Rahmen eines Herzinfarktes, aufgrund einer koronaren Herzerkrankung oder bei angeborenen Herzfehlern auftreten.
Schnelle Hilfe
„Immer wieder hört man von diesen Fällen am Fußballplatz”, so Karl- Heinz Divis, zweiter Vorsitzender des RSV Praest. Auch der RSV hat Tote in seinen Reihen zu beklagen: So starb Dieter Frevel während eines Fußballspiels und Theo Legeland während des Trainings. Erst im Sommer war in Millingen der Tod von Klaus Kremer zu betrauern.
Ein gezielter Elektroschock kann den gestörten Herzrhythmus wieder in Takt und das Herz zum Schlagen bringen. Geschieht das innerhalb der ersten Minute nach dem Herzstillstand, besteht eine 90 prozentige Überlebenschance. Pro Minute sinkt die Wahrscheinlichkeit um zehn Prozent, nach fünf Minuten können irreparable Hirnschäden auftreten, nach zehn Minuten ohne Reanimation ist eine Rettung in der Regel nicht mehr möglich. Ein Defibrillator kann durch gezielte Stromstöße Herzrhythmusstörungen wie das Kammerflimmern beenden. Der RSV installiert jetzt an seiner Sportanlage einen automatischen externen Defibrillator (AED). Und ist damit wohl der erste Verein in Emmerich. Gestiftet wurde das Gerät, das etwa 2000 Euro kostet, von der Firma für Industriebedarf Detlev Brinkmann.
“Unser Bestreben war, etwas für Zuschauer und Sportler zu tun”, so Divis. Gleichzeitig wurden zwölf Ersthelfer im Umgang mit dem AED vertraut gemacht und auch in der Technik der Herz- Lungen- Wiederbelebung ausgebildet. Michael Divis, Anästhesist im Emmericher Krankenhaus, wird noch einen zweiten Kurs anbieten, um möglichst vielen Helfern den Umgang mit dem AED nahe zu bringen.
Schnelle Wiederbelebungsmaßnahmen überbrücken die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes. “Gerade im Hinblick auf geschlossene Schranken, vor denen der Notarzt stehen könnte, ist so ein Gerät sehr wichtig”, so Divis.
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