Geldern: 2,3 Millionen für den Bahnhof
VON ELLEN SCHLÜTTER - zuletzt aktualisiert: 19.08.2008Geldern (RPO). Der Verkehrsverbund Rhein Ruhr (VRR) übergab gestern den ersten Zuwendungsbescheid für die Bahnhofsumgestaltung. Rund 2,3 Millionen Euro werden bereitgestellt, doch die Parteien warten auf weitere Zahlen.
Die Freude war groß, als Bürgermeister Ulrich Janssen gestern Vormittag den ersten Zuwendungsbescheid für das Bauprojekt am Bahnhof entgegen nehmen konnte. Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) fördert den Bau der „Park & Ride“- Anlage und den Tunneldurchstich zur Erschließung des Baugebiets westlich des Gelderner Bahnhofs mit rund 2,3 Millionen Euro. Damit würden rund 85 Prozent der auf drei Millionen angesetzten Baukosten für die beiden Maßnahmen abgedeckt.
VRR-Vorstand Martin Husmann betonte bei der Übergabe des Bescheids, dass es für den VRR nicht nur um die Kosten, sondern vor allem um den Kunden gehe: „Wenn man an verschiedene Bahnhöfe und Unterführungen im Ruhrgebiet denkt, sind das nicht gerade Anziehungspunkte. Hier wird eine attraktive Version entstehen, die vorbildlich verschiedene Dinge verknüpft.“ Damit bezog er sich zum einen auf die Anlage der 48 Stellplätze auf der „Park & Ride“-Anlage, zum anderen auf die verkehrsgünstigere Lage der Gebäude für Polizei und Finanzamt. „Mit der Park & Ride-Anlage erleichtern wir den Pendlern den Umstieg vom Pkw zum öffentlichen Nahverkehr “, betonte Landrat Wolfgang Spreen.
Die nächste Sitzung
Der Ausschuss für die Entwicklung des Bahnhofsumfeldes trifft sich am heutigen Dienstag um 18 Uhr im Bürgerforum, Issumer Tor 36.
Drei Alternativen zur Gestaltung des Bahnhofs werden vorgestellt. Auch sollen weitere Informationen und Zahlen zur Baumaßnahme vorgestellt werden, die anschließend in den Parteien diskutiert werden sollen.
85 Prozent der Baukosten
Projektleiter Markus Sommer schilderte anhand der bisherigen Entwürfe die Gestaltung der Unterführung und erläuterte, dass auf eine lichtdurchflutete und behindertengerechte Umsetzung Wert gelegt werde.
Dass die Förderungszusage der VRR ein wichtiger Schritt in Sachen Bahnhofsumfeld sei, hob Bürgermeister Janssen hervor: „In der heutigen Zeit sind die Geldmittel überall knapp. Wir können uns also glücklich schätzen, dass der Raum hier entsprechend gefördert wird.“ Doch die Freude mischt sich bei den Parteien im Rat mit einer gewissen Skepsis. „Die ganze Sache ist kompliziert“, sagte SPD-Fraktionsvorsitzender Hermann-Josef Eicker. „Wir haben immer die Qualität in den Vordergrund gerückt, jetzt müssen wir irgendwie den Spagat zwischen Kosten und Qualität schaffen.“ Doch dazu sei die nächste Ausschusssitzung für die Entwicklung des Bahnhofsumfeldes abzuwarten. Klarheit und Bedacht seien besonders nötig: „Hier können wir keine Schnellschüsse gebrauchen.“ CDU-Fraktionsvorsitzende Marianne Ingenstau will ebenfalls die Informationen aus der kommenden Sitzung abwarten. Die FDP, die ihre Ablehnung gegen die großangelegte Bahnhofsumgestaltung deutlich vertritt, sieht die erste Zuwendung dementsprechend kritisch: „Mit Speck fängt man Mäuse. Zwar übernimmt der VRR einen Teil der Kosten, aber es bleibt ja immer noch ein Eigenanteil. Bezahlt ist das ganze Projekt noch lange nicht“, gibt FDP-Fraktionsvorsitzender Stefan Bellgardt zu bedenken.
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