Issum: Abschied von Bösken-Diebels
VON DIRK MÖWIUS - zuletzt aktualisiert: 08.09.2006Issum (RPO). Der Niederrhein hat eine große Unternehmerpersönlichkeit verloren. Karl Heinz Bösken-Diebels erlag am Samstag den Folgen eines schweren Autounfalls. Gestern wurde er in Issum beigesetzt.
Karl Heinz Bösken-Diebels wurde am 15. Juli 1927 in Geldern geboren. Sein Vater war Karl Bösken, Bürgermeister und Landrat von Geldern („BüLaBö“). In der Schule lernte er seine Ehefrau Hannelore kennen – und folgte dem Angebot ihres Vaters, „Brauer“ zu werden. Bevor er 1956 in die Geschäftsführung der Privatbrauerei Diebels eintrat, hatte er eine umfangreiche Ausbildung absolviert. Dem Studium des Brauwesens in München, das er als Diplom-Braumeister und Diplom-Brauerei-Ingenieur abschloss, folgte ein wirtschaftswissenschaftliches Studium zum Diplom-Kaufmann in Köln. Über 25 Jahre leitete Bösken-Diebels gemeinsam mit seinem Vetter Hanns-Otto Hasebrink-Diebels die Geschicke des Unternehmens. In dieser Zeit wurden Entscheidungen getroffen, die die Grundlage für den Erfolg von Diebels bildeten: Konzentration auf die Sorte Alt sowie die Entscheidung für Issum als langfristigen Standort.
In zahlreichen gesellschaftlichen Bereichen übernahm er ehrenamtlich Verantwortung. Als Mitglied des Kuratoriums der Stiftung „Museum Schloss Moyland“ half Karl Heinz Bösken-Diebels mit, das Museum mit der bedeutendsten Joseph-Beuys-Sammlung ins Leben zu rufen. Genauso galt seine Unterstützung dem Niederrheinische Museum für Volkskunde und Kulturgeschichte Kevelaer und weiteren Kultureinrichtungen. Zu seinem großen sozialen Engagement gehörte sein Einsatz für den Rotary-Club Geldern, zu dessen Gründern er gehörte.
Seine Liebe zur Fotografie führte zur Veröffentlichung von Fotos im Geldrischen Heimatkalender und in Bildbänden. „Getarnt“ mit roter Baseball-Kappe – stets bescheiden und freundlich – dokumentierte er viele Jahre lang das Leben am Niederrhein. Intensiv begleitete er über fünf Jahre die „Kevelaerer Apokalypse“. Ein Bildband dokumentiert die Entstehung des Monumentalreliefs bis zur Einweihung in der Marienbasilika. Künstler Bert Gerresheim verewigte als Dank für den Freund, der auch zu den Stiftern zählte, einen Diebels-Bierdeckel in seinem Werk. Zuletzt förderte Bösken-Diebels die junge Künstlerin Elisabeth Corvey.
Im vergangenen Sommer verunglückte Karl Heinz Bösken-Diebels mit dem Auto. Von den Folgen dieses Unfalls erholte er sich nicht mehr. Sein Wunsch, zu Hause zu sterben, wurde ihm am 2. September erfüllt.
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