Geldern: Angeklagter schlug meist alkoholisiert zu
VON RALF DAUTE - zuletzt aktualisiert: 26.01.2012Geldern (RP). Ein 26 Jahre alter Asylbewerber aus Sierra Leone, der zuletzt in Geldern lebte, muss sich derzeit unter anderem wegen Körperverletzung vor der 1. Großen Strafkammer des Landgerichts Kleve verantworten.
19 Zeugen sollten Mittwoch, am zweiten Prozesstag, klären, welches Ausmaß die gewalttätigen Übergriffe hatten. Zu Wort kamen Frauen und Männer, junge und alte Menschen, Polizeibeamte. Was sie aussagten, ließ das Bild eines unkontrolliert aggressiven Randalierers entstehen, der allerdings selbst unter seinen Ausbrüchen litt: "Kill me" (Tötet mich), bettelte er einmal Polizisten an, die ihn mit zur Wache nahmen.
Zwei Lehrer wurden auf dem Marktplatz das Opfer einer Attacke von John B. "Er lallte unverständlich", eine die Zeugin. "Dann kam er auf mich zu und schlug mir ganz unvermittelt mit der flachen Hand ins Gesicht". Die Polizei sorgte dafür, dass der Afrikaner in die Psychiatrie gebracht wurde.
Auch bei der Gelderner Tafel, wo John B. sich regelmäßig mit Lebensmitteln versorgte, gab es einen Zwischenfall. Nachdem B. weggeschickt worden war, weil er betrunken war, verpasste er einem Mitarbeiter einen Faustschlag und riss eine Rentnerin zu Boden. Im Mai 2011 kam es dann zu einem Handgemenge in der Drachen-Apotheke, nach dem B. beim Diebstahl von Handcremes und Hustenbonbons ertappt worden war. Wieder wurde die Polizei gerufen. Ein Arzt, der den Täter wenig später untersuchte, diagnostizierte: "Verwirrt, verworren, aggressiv, alkoholisiert". Ein Blutalkoholwert von 2,1 Promillie wurde ermittelt. Der Prozess wird am 6. Februar mit Anhörung des psychiatrischen Sachverständigen Jack Kreutz fortgesetzt.
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