Geldern: Anne-Frank-Schule: Amok-Warnung
zuletzt aktualisiert: 12.12.2007Geldern (RPO). 330 Jungen und Mädchen werden an der Anne-Frank-Hauptschule unterrichtet. Doch wer davon heute pünktlich um 7.35 Uhr in den Klassenräumen erscheint, ist ungewiss. Sicher ist nur: Die Polizei ist da.
Denn ein Unbekannter hat mit einem Schriftzug an einer Bushaltestelle vor einem Amoklauf gewarnt, der heute angeblich an der Anne-Frank-Schule stattfinden soll. Die Schulleitung hat den Eltern freigestellt, ob sie ihre Kinder zum Unterricht schicken.
In einem Wartehäuschen
Die Amok-Warnung wurde schon in der vergangenen Woche in einem Wartehäuschen an der Fürstenberger Straße/Ecke Weseler Straße entdeckt. „Ich bin darüber seit Freitagmittag informiert“, teilte Rektorin Dorothea Sandrina-Voelkner gestern mit. In einem Brief an die Eltern habe man den Erziehungsberechtigten freigestellt, ihre Kinder zur Schule zu schicken oder aber zu Hause zu lassen.
„Der Unterricht findet wie geplant statt“, zitiert die Rektorin den Beschluss der Lehrerkonferenz. Dieser sei deshalb so gefasst worden, nachdem die Polizei ihre Gefahreninschätzung gegeben hatte.
Heinz van Baal, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde, bezeichnete die mittlerweile getilgte Amok-Warnung als „Schmiererei“. Er maß dem Vorfall nicht die Bedeutung bei wie den Ereignissen vor rund drei Wochen an der Geschwister-Scholl-Schule. Dort hatte, wie berichtet, die Polizei am 23. November zwei 15-Jährige festgenommen, die einen Amoklauf an der Schule angedroht hatten. Die beiden Täter waren offenkundig von den verhinderten beziehungsweise vermuteten Amokläufen in Köln und Kaarst animiert worden. „Nachahmer werden immer wieder auf den Plan gerufen“, urteilt van Baal.
Kein Hinweis
Anders als bei der Geschwister-Scholl-Schule sei der jetzige Schriftzug in relativ weiter Entfernung von der Anne-Frank-Schule aufgetaucht. Deshalb lasse sich kein direkter Bezug herstellen. Trotz Ermittlungen in der Schule habe sich kein Hinweis auf den oder die Verursacher gefunden. Obwohl die Polizei den Fall als minder brisant einschätzt als vor drei Wochen, werden mehrere Beamte heute pünktlich zum Unterrichtsbeginn an der Anne-Frank-Schule aufpassen.
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