Geldern: Aufräumarbeiten am Gleis
VON STEFAN KRIEGEL - zuletzt aktualisiert: 10.08.2010Geldern (RPO). Mit zwei großen Kränen und Zügen, die mit der Notfalltechnik ausgestattet sind, arbeiten Bahn-Mitarbeiter auf den Schienen am Bahnhof. Die Reste des zerstörten Nordwestbahn-Wagens wurden am Rand zwischengelagert.
Viele Schaulustige hatten sich auch gestern am Bahnübergang in Höhe des Bahnübergangs Holländer Sees versammelt, um sich die Aufräumarbeiten auf den Gleisen anzusehen. Es gab auch einiges zu bestaunen, denn die Mitarbeiter der Deutschen Bahn AG waren mit schwerem Gerät angerückt. Dazu gehörten unter anderem zwei große Kräne und Waggons, die mit jeglicher Art von Notfalltechnik ausgestattet sind.
Es gab auch noch eine Menge aufzuräumen. Denn immerhin war am Samstag gegen 5.20 Uhr eine 90 Tonnen schwere Diesellok mit 19 angehängten Flachwaggons auf zehn Triebwagen der Nordwestbahn aufgefahren. Dabei war ein Rangierhelfer, der sich im Führerhaus der Diesellok aufgehalten hat, leicht verletzt worden (die RP berichtete).
Busverkehr
Fast alle Busse aus dem Gelder- und Kleverland würden zurzeit für den Schienenersatzverkehr zwischen Kleve und Kempen benötigt. Dies berichtet Heinz-Theo Angenvoort, in der Stadt Geldern für den öffentlichen Personennahverkehr zuständig. man können von Glück sprechen, dass im Augenblick Schulferien seien. Ansonsten sei ein Chaos vorprogrammiert gewesen. Außerdem werde deutlich, wie wichtig der Schienenverkehr für die Schulstadt Geldern sei.
Diesellok ist weggeschleppt
Teilweise Entwarnung gab es gestern in den Mittagsstunden von Bahnsprecher Udo Kampschulte. "Ein Gleis ist wieder frei", berichtete der Mitarbeiter der Deutschen Bahn AG. Die Diesellok, die auf die Personenzüge aufgefahren war, konnte bereits von der Unfallstelle geschleppt werden. Auch die Kräne aus Wanne-Eickel und Leipzig hatten die Unfallstelle schon wieder verlassen. So kann die Baustelle zwischen Geldern und Kleve wieder mit Material versorgt werden. Auch der Güterzug, der am Samstagmorgen den Unfall verursacht hatte, war auf dem Weg in Richtung Kevelaer, um Baustellenteile zu entsorgen. Der Bahnsprecher bestätigte außerdem, dass auch an den Schienen auf einer Länge von 50 bis 100 Metern noch Reparaturarbeiten zu erledigen seien.
"Wegen fehlender Fahrzeuge fahren wir nicht mehr bis Nieukerk, wie noch am Wochenende, sondern nur noch bis Kempen", berichtet Katrin Hofmann, Sprecherin der Nordwestbahn, so dass auf der Strecke Kleve bis Kempen der Schienenersatzverkehr eingerichtet werde. Dieser Fahrplan gelte erst einmal für die nächsten Tage. Doch gingen Fachleute der Nordwestbahn zurzeit davon aus, dass der Ersatzverkehr auch noch über den 22. August hinaus aufrecht erhalten werden müsse. Das ist das Datum, an dem eigentlich der Zugverkehr zwischen Geldern und Kleve wieder aufgenommen werden sollte.
Bahnhof verlassen
Zwischenzeitlich konnten die sieben nur leicht beschädigten Wagen der Nordwestbahn mit verminderter Geschwindigkeit eigenständig den Bahnhof Geldern verlassen. Sie werden im Augenblick in einer Werkstatt in Mettmann gründlich untersucht. An den beiden schwer beschädigten Triebwagen klären Techniker im Augenblick, ob sie auch selbstständig den Bahnhof verlassen können oder abtransportiert werden müssen. Der Wagen, an dem Totalschaden entstanden war, lag gestern noch in Einzelteilen gehäuft fein säuberlich am Rand der Schienen.
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