Geldern: Ausnahmezustand in Kapellen
VON CHRISTOPH KELLERBACH - zuletzt aktualisiert: 28.01.2008Geldern (RPO). Mit 30 Vereinen und Wagen zogen die Kapellener gestern durch die Ortschaft. Ein großes Polizeiaufgebot sorgte während des Zuges und im Anschluss für Ruhe.
Kapellen Noch weit vor dem Ortseingang fing die Schlange der parkenden Autos an, in Schwärmen zogen bunt kostümierte Menschen ins Dorf, und schon von weitem war es zu hören: „Kapelle, Helau!“ Gestern musste man sich vorwärts kämpfen, um noch einen Platz zu bekommen, der freie Sicht auf das bot, weswegen hunderte Karnevalsbegeisterte hierher gekommen waren: den Karnevalszug.
„Mischkasten“ und Polizei
Vorne weg fuhr das Komitee der Kapellener Karnevals Gemeinschaft und stimmte in ihrem fahrenden Schiff die Menge mit reichlich Süßigkeiten ein, die Tanzgarde „Rot-Schwarz“ in voller Festmontur knapp dahinter.
Richtig Durst bekam viele Zuschauer dann beim Anblick des Kegelclubs „Die jungen Wilden“, die als „Mischkasten“ unterwegs waren und ihre Mitglieder als Barcardi-, Pepsi- oder Dimix-Dose kostümiert hatten. Das große Polizeiaufgebot vor Ort sorgte zum Glück dafür, dass die Jugendlichen ihre hochprozentigen Karnevals-Erfrischungen wieder los wurden (siehe Info).
In den vergangenen Jahren war der Kapellener Karneval leider weniger durch seine aufwändigen Züge als vielmehr durch die große Anzahl jugendlicher Karnevals-Krawallmacher aufgefallen, was aber durch die verstärkte Polizeipräsenz etwas zurückgegangen ist.
Von Engeln und Teufeln
Auch dieses Mal waren wieder aufwändige Wagen mit dabei. Die Nachbarschaften Schanzfeld/Wyenhorst fuhren als „die Affen“ im Käfig vor. Der war mit Bananen und allerlei Pflanzen liebevoll dekoriert worden, die schön aufeinander abgestimmten Kostüme und Bemalungen machten den Eindruck perfekt.
Als „Froschkönig“ mitsamt prunkvoller Krone auf dem Wagen traten die Pfadfinder auf und warfen, wie auch die anderen Teilnehmer und typisch für den Kapellener Karneval, angefangen bei Chips und Schokoriegeln über Teebeutel und Kaffepads bis hin zu ganzen Zeitschriften unterschiedliche Kamelle in die begierig wartenden Zuschauer.
Der Kegelclub Pullenpfeiffer marschierte unter dem Motto „Himmel und Hölle“ mit. Ganz biblisch waren die Jungen als Engel und die Frauen als Teufel verkleidet, die einen rauchenden Vulkan hinter sich herzogen. Den klassischen Abschluss des Zuges bildete dann natürlich die große, farbenfroh bemalte Burg des Kinderprinzenpaares, das in diesem Jahr zum ersten Mal von der Achterhoeker Karnevalsgesellschaft gestellt wird. Marie I. (Schreiner) und Sebastian I. (Oymanns) brachten mit vollen Händen Bonbons und Blumen unters jecke Volk.
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