Geldern: Bahnfahren wird billiger
VON FABIAN VIDACEK - zuletzt aktualisiert: 21.05.2010Geldern (RPO). Ab August gilt der VRR-Tarif von Kempen bis Nieukerk. Das bisherige "Niemandsland" zwischen Aldekerk und Kempen entfällt. Für die Kunden wird's günstiger, weil der teure NRW-Tarif nicht mehr gilt.
Ab 1. August gehört Kerken zum VRR-Tarifgebiet auf der Schiene. Wer zum Beispiel in Geldern wohnt und mit der Bahn nach Düsseldorf zur Arbeit fährt, muss derzeit noch eine Monatskarte des NRW-Tarifs kaufen. Das Problem: Zwischen Aldekerk und Kempen befindet sich sozusagen ein "Tarif-Niemandsland", da der Streckenabschnitt weder zur VGN noch zum VRR gehört. Anders als in Moers und Dinslaken, wo die beiden Tarifräume aneinanderstoßen und man die Fahrt mit zwei Monatskarten aufteilen kann, ist man hier gezwungen, eine Monatskarte des teureren NRW-Tarifs zu kaufen.
Ein Beispiel: Der Preis für das NRW-Ticket ist abhängig von der Fahrtstrecke. Fährt man von Geldern mit dem "Niersexpress" nach Düsseldorf, muss man eine durchgehende Fahrkarte für 226,50 Euro pro Monat kaufen.
Weitere Schritte in Planung
Ab August kann der Fahrgast die beiden Tarife des VGN und VRR kombinieren und sich zwei Monatskarten kaufen. Wohnt er in Geldern-Mitte und muss zum Beispiel zur Arbeitsstelle nach Düsseldorf, fährt er mit der VGN-Fahrkarte bis Nieukerk und kauft sich ab dort ein VRR-Ticket bis Düsseldorf. Für die VGN-Karte reicht der Erwerb der Preisstufe 1, nach Düsseldorf benötigt man das Ticket der Stufe D. Ganz konkret zahlt man im VGN-Tarif 59,90 Euro und im VRR-Gebiet 140,90 Euro.
Das macht zusammen 200,80 Euro und ist somit über 25 Euro billiger als der NRW-Tarif. Außerdem gilt das VRR-Ticket nicht nur bis Düsseldorf, sondern für alle Bereiche der Preisstufe D. Das ist derzeit das gesamte VRR-Gebiet. Da die Kosten für das NRW-Ticket von der Fahrtstrecke abhängig sind, können andere Strecken vom Preis her variieren, im Endeffekt auch billiger sein als mit der Kombination des VRR und VGN. Der NRW-Tarif bleibt bestehen.
Die Schließung der letzten Lücke zwischen zwei Verkehrsverbünden in NRW sieht der Fahrgastverband Pro Bahn Niederrhein als ersten Schritt zur Einführung des VRR-Tarifs am nördlichen Niederrhein. Man hofft, dass ab 2012 am kompletten Niederrhein der VRR-Tarif eingeführt wird.
Winfried Rauschkolb, Abteilungsleiter Tarif- und Verbundwesen bei den niederrheinischen Verkehrsbetrieben (NIAG), betrachtet die Einschätzung von Pro Bahn eher vorsichtig: "Ob 2012 der komplette Niederrhein zum VRR-Gebiet gehören wird, bleibt abzuwarten. Man müsste eine Finanzierungslüce schließen, die bei zwei Millionen Euro anfängt." Allerdings sei der Lückenschluss – und der damit "neue" Tarif – deutlich kundenfreundlicher.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum


