Geldern: Bankräuber zu vier Jahren Haft verurteilt
VON ROBERT RIST - zuletzt aktualisiert: 06.08.2009Geldern (RPO). Am Ende legte er doch ein Geständnis ab. Im Prozess um den Banküberfall auf die Sparkassenfiliale in Walbeck am 8. September 2005 (RP berichtete) ist gestern ein 39-jähriger Weißrusse vor dem Landgericht Kleve zu vier Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Sein ebenfalls angeklagter Komplize ist aufgrund eines Justizirrtums bereits vor einem Jahr nach Weißrussland abgeschoben worden – und konnte dadurch nicht mehr haftbar gemacht werden. Gegen ihn läuft wegen des Überfalls ein europaweiter Haftbefehl.
Dass die Verurteilung bereits nach zweieinhalb Stunden stattfand, liegt an einem neuen Gesetz. Seit Ende Mai dürfen Richter, Anwälte und Angeklagte offiziell Prozessabsprachen – so genannte Deals – treffen. Und dies taten sie auch. Die Indizien, dass der 39-jährige Weißrusse einer der Täter des Banküberfalls in Walbeck ist, waren erdrückend. Ein Geständnis seines Komplizen und ein Gutachten wiesen ihn eindeutig als Bankräuber aus.
Nach kurzer Beratung und der Aussicht des Richters, dass der Angeklagte bei einem Geständnis mit einer Gesamtstrafe von acht Jahren zu rechnen habe, veranlassten den Angeklagten zu einem Geständnis. Darin gab er zu, die Sparkassenfiliale mit seinem Komplizen ausgeraubt zu haben. Er habe dabei mit einer Feuerzeugpistole die Angestellten bedroht. Er zeigte Reue und entschuldigte sich für die Tat. Verurteilt wurde er wegen schwerer räuberischer Erpressung.
Da der Verurteilte seit dreieinhalb Jahren in der Justizvollzugsanstalt Kassel aufgrund eines anderen Banküberfalls einsitzt, ist die Gesamtstrafe von sechs auf acht Jahren hochgestuft worden. Wegen der gängigen Praxis, dass Verurteilte aus dem Ausland nach der Hälfte der zu verbüßenden Strafe ins Heimatland abgeschoben werden, kann er damit rechnen, in einem halben Jahr nach Weißrussland überführt zu werden. Die erbeuteten 16 260 Euro aus der Sparkasse Walbeck bleiben verschwunden.
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