Geldern: „Come In“-Vorstand gibt auf
VON ULLI TÜCKMANTEL - zuletzt aktualisiert: 08.05.2007Geldern (RPO). In Walbeck bricht ein wichtiges Stück Jugendarbeit weg: Der Vorstand des Jugendtreff-Vereins „Come in“ ist zurückgetreten, Nachfolger sind nicht in Sicht. Die Ehrenamtlichen fühlen sich der Arbeit nicht mehr gewachsen.
WALBECK Die Ehrenamtlichen können nicht mehr: „Wir sind mit der Situation überfordert. Die Jugendlichen werden immer schwieriger, das komplexe Arbeitsfeld der offenen Jugendarbeit ist ohne hauptamtliche qualifizierte pädagogische Mitarbeiter nicht mehr zu schaffen“, so die bisherige Vorsitzende Renate Janßen, die jetzt mit dem übrigen Vorstand die Arbeit niedergelegt hat.
„Scheinbar ungehört verhallt“
Das bedeutet: Die bisherigen Angebote an Jugendliche im Haus der Vereine am Dienstag und Freitag fallen vorerst weg, ein städtisches Angebot gibt es nur noch für kleine Kinder am Mittwoch. Renate Janßen: „Der zuletzt aktive Vorstand fand zu wenig Unterstützung im pädagogischen Bereich durch Vereinsmitglieder. Zahlreiche Hinweise bezüglich der bestehenden Problematik verhallten scheinbar ungehört. Unter den jetzt existierenden Bedingungen ist es den Aktiven nicht mehr möglich, weiter zu arbeiten.“
Um die Öffnung des Jugendtreffs am Dienstag zu gewährleisten, sollte das „Come In“ eigentlich durch hauptamtliche Kräfte aus dem innerstädtischen Jugendtreff „Checkpoint“ unterstützt werden. Renate Janßen: „Das sah zum Schluss so aus, dass die Jahrespraktikantin aus Geldern nach Walbeck geschickt wurde. Auch die fühlt sich ohne Hilfe überfordert, und wir Ehrenamtlichen können nicht mehr.“
Dass Geldern in Walbeck ein handfestes Jugend-Problem hat, ist nicht neu. Eine kleine, aggressive Szene sorgt im Spargeldorf immer wieder für Vandalismus und Ärger aller Art. Mehrfach diskutierte der Jugendhilfeausschuss das Thema – und fragte, ob das Angebot des „Come In“ nicht zur Befriedung der Szene helfen könne. Immer wieder wies Renate Janßen darauf hin, dies könne sich ohne hauptamtliche Unterstützung schwierig gestalten. Ergebnis: „Jugendarbeit“ leisten Walbeck inzwischen Ordnungsamt und Polizei.
Von jetzt auf gleich kann die Stadt nicht viel tun, zumal sie auch die ehrenamtliche Jugendarbeit in anderen Stadtteilen nicht umfangreich hauptamtlich aufrüsten kann. Wie es in Walbeck weitergeht, ist erst einmal völlig offen. Vom Vorstandsrücktritt wurde die Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses, Marianne Ingenstau, gestern überrascht: „Ich gehe davon aus, dass wir uns mit dem Thema in der nächsten Ausschusssitzung beschäftigen müssen“, sagte Marianne Ingenstau.
Der Ausschuss tagt am 23. Mai. Einen Tag später will der zurückgetretene Vorstand des „Vereins zur Förderung und Koordinierung der offenen Jugendarbeit im Haus der Vereine Walbeck“ einen letzten Versuch starten, die offene Jugendarbeit in Walbeck zu retten: „Wir laden alle interessierten Bürger, Vereine und Repräsentanten der Stadt Geldern zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung ein. Ziel soll es sein, nach Möglichkeit einen neuen Vorstand zu finden, der eine Fortsetzung des Vereins und damit die offene Jugendarbeit in Walbeck garantiert.“
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum


