Geldern: „Unvollständig und einseitig“
VON ULLI TÜCKMANTEL - zuletzt aktualisiert: 07.02.2008Geldern (RPO). Gelderns SPD weist die Aussagen zu Mensen-Bau und Skaterbahn von Bürgermeister Ulrich Janssen im gestrigen Aschermittwochs-Interview der Rheinischen Post zurück. Aus falschem Ehrgeiz sei der ganze Plan überstürzt.
Skateranlage saniert
In aller Stille hat das Rathaus die teils marode Konstruktion der Skater-Anlage am Bollwerk in den vergangenen Wochen instand gesetzt.
Wie Bürgermeister Ulrich Janssen am Rande des politischen Aschermittwochs der CDU gestern Abend erklärte, sind rund 4000 Euro in die Sicherheit der Konstruktion gesteckt worden.
In der Diskussion um Mensen-Bau und Skateranlage wird der Gelderner SPD-Fraktionsvorsitzende langsam sauer: „Je nach persönlicher Sichtweise“, so Hejo Eicker zum gestrigen Aschermittwochs-Interview der Rheinischen Post, seien die Aussagen von Bürgermeister Ulrich Janssen „unvollständig, einseitig oder oberflächlich. Nachvollziehbar und verständlich sind sie für uns jedenfalls nicht.“
Die Frage sei für die SPD nicht, ob es schwarze oder rote Mensen gebe: „Die Frage ist, ob sie in dieser Form, an diesen Standorten, in dieser Größe und zum jetzigen Zeitpunkt notwendig und sinnvoll sind und ob ihre Konzeption von Eltern, Schülern und Lehrern inhaltlich, pädagogisch und in praktischer Hinsicht mit getragen werden“, so Eicker, der dem Bürgermeister unverändert vorhält, den Schulausschuss falsch informiert zu haben.
„Aussage war falsch“
Dort habe Janssen erklärt, alle zuständigen Schulkonferenzen hätten entsprechende Beschlüsse gefasst und sich gegen die Alternative des Samstagsunterrichts ausgesprochen: „Wie sich später herausstellte, war diese Aussage falsch. Zum damaligen Zeitpunkt gab es unseres Wissens nach bei keiner Schulkonferenz eine solche Beschlusslage.“
Auch seien dem Schulausschuss keine zehn Alternativen vorgestellt worden. Vorstellungen, im oder am Lise-Meitner-Gymnasium Räumlichkeiten zu schaffen, seien von der Verwaltung selbst als untauglich verworfen worden. Eine dritte Idee, nämlich den Tribünen-Eingangsbereich der Turnhalle „Am Bollwerk“ so umzugestalten, dass auf zwei Etagen bis zu 450 Schüler Platz finden, die hier gleichzeitig ihr Mittagessen einnehmen können sollten, sei ob der Größenordnung wohl auch der Verwaltung „nicht ganz geheuer“ gewesen, weshalb sie schließlich auf den Bereich der Skateranlage als realistische Alternative verwiesen habe.
Die SPD habe nur zugestimmt, dass den Schülern künftig das Angebot eines gesunden Mittagessens gemacht werden müsse, wenn sie bis in den Nachmittag hinein Unterricht hätten. Gleichzeitig habe sich die SPD aber dagegen gewehrt, dass die Realisierung von Mensen an insgesamt vier Standorten, nämlich für die Hauptschulen, Realschulen, Gymnasien und die Förderschule, „übers Knie gebrochen wird und im Hauruck-Verfahren innerhalb von wenigen Monaten bis Mitte diesen Jahres Tatsachen geschaffen werden, die möglicherweise später bereut werden“.
Die SPD bleibe bei ihrer Kritik, „dass aus falschem Ehrgeiz heraus zeitlich und konzeptionell überstürzt jetzt rund zwei Millionen Euro teure Baumaßnahmen verwirklicht werden sollen, bei denen noch viele Fragen offen sind, die nicht innerhalb von drei Monaten gelöst werden können“, so Eicker.
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