Geldern: Buddeln für 10.200 Fahrzeuge
VON STEFAN KRIEGEL - zuletzt aktualisiert: 22.05.2008Geldern (RPO). Die Arbeiten auf der Bundesstraße 9 zwischen Rahm und der A 40 werden noch bis Ende Juni dauern. Die Straße muss saniert werden, weil täglich 10.200 Fahrzeuge die Fahrbahn belasten und Spurrillen verursachten.
In dieser Woche denken sich einige Verkehrsteilnehmer, die die Bundesstraße 9 zwischen Rahm und der A 40 befahren: Typisch deutsche Baustelle, erst reißen sie alles auf, dann arbeiten sie nicht weiter. Doch diese „Arbeitspause“ bis Anfang der kommenden Woche hat einen konkreten Grund.
„Wegen des trockenen Wetters müssen wir die Tragfähigkeit des Untergrundes messen“, berichtet Gottfried Zimmermann, Projektleiter des Landesbetriebs Straßen NRW in Wesel.
Ansonsten ist der Projektleiter zufrieden mit dem zeitlichen Verlauf der Bauarbeiten, die am Montag, 28. April, begannen. Trotz der aktuellen Messungen seien die Arbeiten voll im Zeitplan. Zimmermann rechnet damit, dass sie Anfang Juli abgeschlossen sein werden. Die veranschlagten Kosten von etwa 1,4 Millionen Euro könnten ebenfalls eingehalten werden.
Vollsperrungen
Ab Montag, 26. Mai, 18 Uhr, bis Dienstag, 27. Mai, 6. Uhr, und den folgenden Tagen zur jeweils gleichen Zeit muss die B 9 wegen der Baumaßnahmen zwischen Rahm und der A 40 voll gesperrt werden. Zwischen 6 und 18 Uhr bleibt es bei der halbseitigen Sperrung. Die Umstellung des Ausbaus ist wegen technischer Schwierigkeiten, die einen halbseitigen Ausbau nicht erlauben, erforderlich. Um die Verkehrsbehinderungen so gering wie möglich zu halten, sollen die Arbeiten deshalb für vier Tage auch nachts durchgeführt werden.
Die Baustelle war dringend notwendig geworden, da rund 10 200 Fahrzeuge die Fahrbahn täglich beanspruchen und für tiefe Spurrillen sorgen. Zurzeit gibt es zwischen der Ortschaft Rahm und der A-40-Anschluss-Stelle Kerken eine Einbahn-Regelung, so dass nur Fahrzeuge von der Autobahn in Richtung Rahm fahren können. Diese Regelung werde, so der Weseler Projektleiter, auch nach Fertigstellung der einen Seite nicht verändert, sondern der Verkehr nur auf die dann fertige Fahrbahnseite verlegt.
Roter Punkt als Hinweis
Die Verkehrsteilnehmer, die von Aldekerk kommen und in Richtung Anschluss-Stelle Kerken wollen, müssen deshalb bis zum Ende der Arbeiten die Umleitung benutzen. Sie ist mit einem roten Punkt gut ausgeschildert und führt vom Ortseingang Rahm über die Kempener Landstraße über drei Kilometer bis zur Anschluss-Stelle Kempen zur A 40. Dann geht es noch einmal gut fünf Kilometer bis zur Ausfahrt Kerken, wo der Fahrer dann in Richtung Krefeld abfahren kann.
Jetzt könnten natürlich einige findige Verkehrsteilnehmer auf die Idee kommen, von der Kempener Straße aus eine Abkürzung durch Stenden zu benutzen. Doch an den Abbiegemöglichkeiten verhindern die Verkehrsschilder „Durchfahrt verboten / Anlieger frei“ das Weiterkommen.
Auch Bauleiter Michael Franken von der Firma „Eurovia Teerbau“ ist mit dem Fortgang der Arbeiten im Augenblick zufrieden. Er rechnet damit, dass nach den Messungen die Arbeiten in der Nacht zu Montag, 26. Mai, fortgesetzt werden können. Eine Seite der Fahrbahn könnte dann etwa am 11. oder 12. Juni fertig sein.
Mit unterschiedlichen Gefühlen bewertet Christel Beyen, Besitzerin eines Cafés an der B 9, die aktuelle Situation: „Rein wirtschaftlich beeinträchtigt uns die Baustelle in geringen Umfang, weil die Zufallskunden fehlen. Privat gefällt uns die Baumaßnahme gut, da es im Augenblick viel ruhiger vor unserem Haus ist.“
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