Geldern: CDU besteht auf Wahl
VON MARC CATTELAENS - zuletzt aktualisiert: 04.03.2008Geldern (RPO). Die CDU Geldern will sich von der Ankündigung von Bürgermeister Ulrich Janssen, bei der Kommunalwahl 2009 anzutreten, nicht beeinflussen lassen. Stadtverbandsvorsitzender Wolters: „Herr Janssen kann sagen, was er will“.
Ulrich Janssens frühzeitige Ankündigung, bei der Kommunalwahl 2009 wieder anzutreten, hat in der Gelderner CDU offenbar für Überraschung gesorgt. Am Samstagmorgen hatte Janssen seine Entscheidung dem Stadtverbands- und Fraktionsvorstand mitgeteilt (wir berichteten). Damit ist er bislang der einzige Bürgermeister, der seine Kandidatur ohne ein entsprechendes Votum seiner Partei erklärt hat. „Herr Janssen kann sagen, was er will. Das bringt mich nicht aus der Ruhe“, erklärte der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Stefan Wolters gestern auf Anfrage. Wolters habe die Nachricht erhalten, „wie jeder andere auch“.
Vorgezogene Wahlen
Der CDU Landesvorstand hat beschlossen, die Kommunalwahlen in NRW mit der Europawahl zusammenzulegen. Demnach werden die eigentlich erst im Herbst 2009 fälligen Wahlen der Bürgermeister auf Juni 2009 vorverlegt.
Die neu gewählten Verwaltungschefs blieben für einige Monate im „Wartestand“ bis die reguläre Amtszeit der „alten“ Bürgermeister abgelaufen ist.
Die Ankündigung habe absolut keinen Einfluss auf das Verfahren zur Nominierung eines Bürgermeister-Kandidaten, bekräftigte der Stadtverbandsvorsitzende. „Wir werden das Wahlverfahren jetzt einleiten.“ Über Namen sei bislang noch nicht gesprochen worden. „Ulrich Janssen darf sich gerne äußern. Er ist jetzt derjenige, der in der Presse steht. An den Vorschlägen für einen Kandidaten wird dies aber nichts ändern.“
Nichts gewusst
Auch der Fraktionsvorsitzende der Gelderner CDU, Hein Lemmen, hatte im Vorfeld offenbar nichts von Janssens Entscheidung gewusst. „Ich habe ihm heute gratuliert. Ich finde das toll“, sagte Lemmen gestern der RP. Obwohl es noch kein Votum seiner Partei gibt, hadert Lemmen nicht mit Janssens Vorgehensweise: „Ich hätte nicht gewusst, mit wem er seine Kandidatur groß hätte absprechen sollen“, sagte Lemmen.
Bei der Gelderner SPD gibt man sich gelassen, was die Nominierung eines Kandidaten angeht. Die Ankündigung von Janssen habe keinen Druck auf die SPD erzeugt. „Bei uns entscheidet die Partei. Wir werden voraussichtlich erst im Herbst einen Kandidaten benennen.“ Einen festen Fahrplan gebe es allerdings noch nicht. „Wir wünschen uns einen gemeinsamen Kandidaten aller in der Opposition befindlichen Ratsfraktionen“, sagt Fraktionsvorsitzender Hejo Eicker.
Auch die FDP könnte sich mit der Idee eines Gemeinschaftskandidaten der Opposition anfreunden, sagt Fraktionsvorsitzender Stefan Bellgardt. Als kleine Partei sei es nicht einfach, einen eigenen Kandidaten durchzubringen. „Wir werden uns in den nächsten Tagen und Wochen beraten“.
„Das passt zu ihm“
Und sein Kommentar zur erneuten Kandidatur des Bürgermeisters? „Wenn Ulrich Janssen wieder antritt und das jetzt bereits verkündet, finde ich das prima. Das passt zu ihm.“
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