Geldern: Club der Spender gegründet
VON MARC CATTELAENS - zuletzt aktualisiert: 12.12.2008Geldern (RPO). Die Baugenehmigungen für das Ponter Haus der Vereine sind erteilt. Allein, es kIafft noch eine Finanzierungslücke. Um diese zu schließen, hatte Josef Boquoi potenzielle Sponsoren in den Bonshof eingeladen.
Die Nutzung
Das Haus der Vereine soll für die üblichen dörflichen Veranstaltungen wie Kirmes, und Karnevalsfeiern genutzt. Darüber hinaus soll es aber auch für private Veranstaltungen vermietet werden. „Wir wollen und dürfen mit dem Haus der Vereine keinen Gewinn erzielen. Ohne die Vermietung für private Feiern werden wir die laufenden Kosten aber nicht decken können“, sagt Hein Lemmen.
Pont Die Szene mutet ziemlich feierlich an: Josef H. Boquoi steigt auf die Schatztruhe aus napoleonischen Zeiten und hebt zur Rede an. Das Feuer im Kamin lodert. Es erschallen Trompeten und Posaunen aus dem Obergeschoss. Bei genauerem Hinhören entpuppt sich der himmlische Chor dann doch „nur“ als das Jugendblasorchester, das im ersten Obergeschoss probt, und Boquois Rede klingt nach einigen Sätzen auch weniger prosaisch: „Ohne Moss nix los“, wendet sich der Stiftungsgründer und Bofrost-Unternehmer in „seinem“ Haus an die Anwesenden.
Spätestens dann war auch dem letzten Gast klar, worum es geht. Geld muss her, wenn die Ponter Vereine bald ein neues Heim haben wollen. Den detaillierten Stand der Dinge erläuterte CDU-Ratsmitglied Hein Lemmen: Das Haus der Vereine wird rund 670 000 Euro kosten. „Davon geht die ,Muskelhypothek’ ab“, so Lemmen. Eigenleistungen im Wert von 140 000 Euro können und sollen die Ponter Vereine erbringen, hat der Förder- und Heimatverein zusammen mit Architekt Berthold Dams ausgerechnet.
Dann gibt es natürlich noch Zuschüsse – 150 000 Euro von der Stadt Geldern und 100 000 Euro von der Bezirksregierung. Boquoi steuert noch das Grundstück im Wert von 150 000 Euro bei. Die Kirche beteiligt sich ebenfalls am Bau des Hauses der Vereine, genau wie eine Brauerei. Allem Engagement und allen Zuschüssen zum Trotz: Unter dem Strich fehlt ein Betrag von 130 000 Euro. Genau dieses Geld sollen nun Spender beisteuern – vor allem Ponter Unternehmer, aber auch Banken.
Die Baugenehmigungen sind bereits erteilt. Wann es los gehen kann, bestimmen nun wohl die potentiellen Sponsoren. Im Ponter Dorfkern entsteht mit dem „Haus der Vereine“ ein Ensemble, in dem sich die „dörflichen Aktivitäten konzentrieren“ können, hatte Bürgermeister Ulrich Janssen das geplante Projekt beschrieben. Im Bonshof, den Josef H. Boquoi gekauft und saniert hat, sollen künftig drei Stiftungen seiner Familie und des Tiefkühl-Konzerns untergebracht werden. Im hinteren Teil schließen sich die Häuser der Vereine und Musik (als Begegnungsstätte für alle Bürger und als Probenräume für den Musikverein) sowie ein Schießstand an. „Karneval 2010 wird da gefeiert“, hatte Architekt Berthold Dams prophezeit.
Innerhalb der Dorfgemeinschaft war und ist das Projekt nicht unumstritten. Vor allem der höhere Bedarf an Pkw-Stellplätzen und der damit verbundene Lärm, den die Hausgäste verursachen werden, sind für manchen Anwohner ein Dorn im Auge. Hein Lemmen ist jedoch zuversichtlich, dass es zum Bau kommt und dass die Lärmemissionen im vertretbaren Rahmen bleiben.
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