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Gelderland: Das Gelderland blickt nach Düsseldorf

VON MICHAEL KLATT UND STEFAN KRIEGEL - zuletzt aktualisiert: 10.05.2010

Gelderland (RPO). Landes- und bundespolitische Themen machen die meisten Kommunalpolitiker für das Abschneiden der Parteien vor Ort verantwortlich. Für alle ist die spannende Frage, wer in der Landeshauptstadt mit wem künftig die Regierung bildet. Manche Grüne fürchten, durch eine große Koalition ins Abseits zu geraten.

Ärger bei den einen, Hoffnung und Freude bei den anderen – je nach parteipolitischer Couleur bewerteten die Kommunalpolitiker aus dem Gelderland den Wahlausgang. Wobei hinsichtlich der möglichen Regierungskoalition in Düsseldorf wegen des knappen Ergebnisses Unsicherheit herrschte.

"Das Verlieren von Stimmen ist nie gut", kommentierte in Geldern Bürgermeister Ulrich Janssen (CDU) die Verluste der Christdemokraten. Er hofft darauf, dass die CDU im Land weiterhin in der Verantwortung bleibt. "Schwarz-Grün, das wäre mal was." Für Wieland Fischer (Bündnis 90/Grüne) ist Rot-Grün die erste Priorität, ebenso für Hermann-Josef Eicker (SPD).

Jubel bei Etzold

Richtig zufrieden mit dem gestrigen Abend war Miriam Etzold als Fraktionsvorsitzende der Grünen in Kevelaer. Sowohl das Landtagsergebnis, als auch das Kevelaerer Ergebnis mit einem Plus von 5,24 Prozentpunkten bei den Zweitstimmen ließen sie jubeln. In ganz anderer Stimmung befand sich ihr CDU-Amtskollege Hansgerd Kronenberg. Er hatte mit diesen Einbrüchen nicht gerechnet. Eine rot-grüne Koalition sah Ralf Angenendt, SPD-Fraktionsvorsitzender, gestern bereits verwirklicht und legte auch seine Hoffnung darauf.

In Straelen sieht Bürgermeister Jörg Langemeyer (CDU) den Landestrend abgebildet, auch hätten bundespolitische Themen durchgeschlagen. Fast elf Prozentpunkte haben die Christdemokraten in der Blumenstadt an Zweitstimmen eingebüßt. Das Abschneiden der CDU-Kandidatin Margret Voßeler bewertet Langemeyer als "ganz gut". Mit Spannung blickt er auf die Zusammensetzung des Landtags. "Rot-Rot-Grün wäre nicht gut fürs Land." Hans-Hermann Terkatz, Vorsitzender von Bündnis 90/Grüne in Straelen, freut sich über das gute Ergebnis seiner Partei. "Der Zuspruch war auf dem Marktplatz gut zu spüren." Für den Landtag befürchtet er das Zustandekommen einer großen Koalition.

Heinz van den Berg, CDU-Fraktionsvorsitzender in Kerken, gibt der CDU-Geschäftsstelle die Hauptschuld an diesem Wahldebakel. "Das dortige Durcheinander während der vergangenen Monate hat zu diesen extremen Stimmenverlusten geführt", ist der Christdemokrat überzeugt. Er wünscht sich jetzt eine große Koalition. Das Schlimmste für ihn wäre eine rot-rot-grüne Koalition. SPD-Fraktionschef Manfred Körfer bezeichnet das Ergebnis als erwartungsgemäß. Offen sei jetzt die Frage, mit wem die SPD eine Koalition eingehen kann. "Ich ziehe eine rot-grüne Koalition vor und bin für keine anderen Experimente zu haben", meint der Sozialdemokrat. Traurig ist FDP-Fraktionsvorsitzende Sabine Velder. "Die gute Arbeit der vergangenen fünf Jahre wurde nicht anerkannt." Mit einem Plus von 0,1 Prozentpunkten sei die FDP in Kerken noch mit einem blauen Auge davon gekommen.

Die Bundespolitik macht Brigitte Viefers, FDP-Fraktionsvorsitzende in Issum für die Niederlage verantwortlich. Die Basis habe geschafft und geschafft, sei aber nicht belohnt worden. Ebenso zerknirscht ist ihr Amtskollege von der CDU, Helmut Jaschke, Nun müsse überlegt werden, welche Koalition gebildet werden können. Fröhlich äußerte sich SPD-Fraktionsvorsitzender Jochen Lischewski. Dies sei der Abend der SPD. Er geht davon aus, dass es eine rot-grüne Koalition geben werde mit Hannelore Kraft als Ministerpräsidentin.

Ebenso zufrieden zeigt sich sein Genosse und Amtskollege in Weeze, Alfons van Ooyen. Vor einen halben Jahr habe die Situation noch ganz anders ausgesehen. Dann sei eine fulminante Aufholjagd gestartet worden. Außerdem habe die FDP für ihre Politik in Berlin die Quittung bekommen. Weezes Bürgermeister Ulrich Franken (CDU) räumte unumwunden die deutliche Niederlage ein. Es sei der CDU vor allem auch in Weeze nicht gelungen, die Bürger an die Urne zu bekommen.

Ludwig Ramacher von Bündnis 90/Die Grünen in Wachtendonk weist der guten Arbeit vor Ort eine Rolle für das gute Grünen-Ergebnis im Land zu.

Quelle: RP

 
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