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Straelen: Das grüne Geschäft

VON MICHAEL KLATT - zuletzt aktualisiert: 10.03.2007

Straelen (RPO). Mit dem Projekt „Agrobusiness-Region Niederrhein“ sollen der Gartenbau und damit zusammenhängende Branchen fit für die Zukunft gemacht werden. Es geht um Stärkung nach innen und außen.

Gartenbaubetrieb van Megen in Holt.  Foto: rpo
Gartenbaubetrieb van Megen in Holt. Foto: rpo

Es geht um Zusammenarbeit statt um Dominanz. Es geht darum, ernst genommen zu werden und die Stärken zu betonen. Es geht, nicht zuletzt, um Geld der Europäischen Union. Nach innen und nach außen gerichtet ist das Projekt „Agrobusiness-Region Niederrhein“. 14 Partner haben sich im vorigen Jahr zu einem Initiativkreis zusammengeschlossen und das Büro AFC Consultants International aus Bonn mit einem Gutachten beauftragt. Es soll Strategien formulieren, wie der Gartenbau am Niederrhein und alle mit ihm zusammenhängenden Branchen fit werden können für die Zukunft.

24 Millionen Konsumenten

„Agro-Business ist wesentlich mehr als Gartenbau und Landwirtschaft“, erklärt Straelens Wirtschaftsförderer Uwe Bons. Dazu zählen beispielsweise auch Handel, Bildung, Forschung und Vermarktung. Mehr als sechs Prozent der Beschäftigten in der Agrobusiness-Region Niederrhein arbeiten im Ernährungsgewerbe. Im Umkreis von einer Stunde Fahrzeit leben rund 24 Millionen Konsumenten. Trotzdem, so Bons, werde der Landwirtschaftsregion nicht die angemessene Bedeutung beigemessen. Es gehe mit dem Projekt auch darum, sich im deutschen Wirtschaftsraum besser zu positionieren.

In den Niederlanden genieße das Agrobusiness einen ganz anderen Stellenwert als hierzulande. Die niederländische Raumordnungspolitik hat angesichts des hohen Bedarfs an Wohnflächen dem Gartenbau konzentrierte Standorte zugewiesen, die so genannten „Greenports“. Vier davon liegen an der Küste, der fünfte in Venlo. Die rund um Venlo existierenden 1200 Hektar Produktionsfläche unter Glas sollen durch den Greenport wesentlich erweitert werden. Im Gespräch sind weitere 700 bis 1000 Hektar.

Als notwendige Antwort auf die Planungen jenseits der Grenze soll die Agrobusiness-Region Niederrhein verstanden werden. Es gehe nicht um einen Konfrontationskurs, betont Straelens Bürgemeister Johannes Giesen. Es solle nicht ein übermächtiger Partner den anderen in die Tasche stecken. Laut Bons ist eine „Win-Win-Situation“ das Ziel. Der Bürgermeister formuliert es so: „Wenn es nicht zu einem Miteinander kommt, haben beide Seiten keine Chancen.“ Giesen berichtet von positiven Reaktionen aus Venlo. Limburgs Gouverneur Leon Frissen, einst Bürgermeister von Arcen en Velden, unterstütze das Projekt ausdrücklich.

Hoffen auf neue Dynamik

Ein neuer Ansatz in der EU-Förderpolitik ist der dritte Grund für die Agrobusiness-Region Niederrhein. Durch das Ziel-2-Programm, das von 2007 bis 2013 reicht, soll, als Ergänzung zur Förderung strukturschwacher Gebiete, der Wettbewerb der Regionen nach dem Motto „Stärken stärken“ angekurbelt werden. Das AFC-Gutachten, für dessen Bestandsaufnahme der Initiativkreis Zahlenmaterial lieferte und das er während der sechsmonatigen Ausarbeitung begleitete, hat laut Bons elf Projektskizzen entwickelt. „Es zeigt, wo ausgebaut und weitergearbeitet werden kann.“ Es sei eine Grundlage, „von der wir uns neue Dynamik erhoffen“.

Quelle: RP

 
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