Gelderland: Dicke Luft für Raucher
VON STEFAN KRIEGEL - zuletzt aktualisiert: 16.01.2012Gelderland (RP). NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) will das Rauchverbot in diesem Jahr erheblich verschärfen. Veranstalter in Gelderland sehen die Auswirkungen für ihre Festsäle und -zelte unterschiedlich.
Die Luft für Raucher wird immer dünner. Die rot-grüne Landesregierung will die geplante Ausweitung des Rauchverbots im Laufe des Jahres durchsetzen. Der kurz vor Weihnachten vorgelegte Gesetzentwurf werde im Frühjahr ins Parlament gebracht und dann "in jedem Fall in diesem Jahr" in Kraft treten, sagte Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne). Das kann drastische Auswirkungen für heimische Veranstalter haben.
Als sehr problematisch bezeichnet Franz van Bernum, Bezirksbrudermeister der Historischen Schützenbruderschaften aus Oermten, die kommenden Regelungen. Das Thema sei auch bereits auf Bundesebene besprochen worden. "Das Argument, dass das Oktoberfest in München auch mit Rauchverbot läuft, kann für uns nicht gelten", meint der Schützenchef. Die Bruderschaften seien auf die heimische Bürgerschaft dringend angewiesen und könnten nicht auf in- und ausländische Besucher zählen.
Hausrecht
Ein Rauchverbot untersagt, Tabak an bestimmten Orten abbrennen zu lassen.
Ziel ist in der Regel der Schutz der Anwesenden vor den Gefahren des Passivrauchens, der Brandschutz oder die Vermeidung von Verschmutzungen. Rauchverbote können von Inhabern eines Hausrechtes ausgesprochen und vom Gesetzgeber erlassen werden.
Er befürchtet, dass zu den Schützenfesten die heimischen Zelte bei einem Rauchverbot, das angeblich am 15. Juli in Kraft treten soll, erheblich leerer würden. "Wir werden deshalb unsere Landtagsabgeordneten von der CDU zu einem Gespräch einladen, damit sie gegen das verschärfte Rauchverbot stimmen", kündigt van Bernum an.
Das von der Landesregierung in Nordrhein-Westfalen vorgestellte Gesetz läuft auf ein nahezu vollständiges Rauchverbot hinaus. Raucherclubs zum Beispiel oder Sonderregelungen für Festzelte soll es nicht mehr geben. Das derzeitige Raucherschutzgesetz habe zu viele Ausnahmen, kritisierte Steffens.
Die Schlupflöcher müssten gestopft werden. Vor allem die kommunalen Ordnungsämter, die das Einhalten der Vorschriften kontrollieren, bräuchten ein klareres Regelwerk, sagt die Ministerin. Die derzeitigen Bestimmungen böten hingegen keinen Schutz "im eigentlichen Sinne".
Gelassen bewertet Johannes Pieper den Plan eines verschärften Rauchverbotes in Festzelten. Der Straelener veranstaltet an zwei Abenden ein Oktoberfest in der Blumenstadt. "Für den Samstagabend, 20. Oktober, waren die 2500 Karten innerhalb von zwei Minuten ausverkauft", berichtet der Veranstalter zufrieden. Da kann ihn auch ein Rauchverbot nicht verängstigen. Denn auch für die zweite Veranstaltung am Abend zuvor gebe es zurzeit nur noch etwa 300 Karten.
Marc Janssen vom Hotel Seepark in Geldern, der auch die Gelderlandhalle betreibt, ist von einem verschärften Rauchverbot überhaupt nicht betroffen. "Ich bin mir fast sicher, dass wir in der Gelderlandhalle überhaupt keine Veranstaltung mehr haben, bei der geraucht wird", berichtet der Hotelchef.
Bei den Karnevalsveranstaltungen werde sogar bewusst aufs Rauchen verzichtet, da es in Geldern ein Kinderprinzenpaar gebe und sich dadurch naturgemäß verstärkt Kinder in der Halle befänden. Ein Rauchverbot werde vom Veranstalter gewünscht.
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