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Geldern: Die Folgen der Gleissperrung

VON CHRISTIAN BREUER - zuletzt aktualisiert: 12.08.2010

Geldern (RPO). Die Sperrung der Gleise am Gelderner Bahnhof hat unterschiedliche Auswirkungen: dem Kiosk fehlen Kunden, die Busunternehmen haben mehr Aufträge und einige Taxi-Gäste sind in Zeitnot.

Anita Kurzmanowski, die den Bahnhofskiosk in Geldern betreibt, und Andreas Schubert spüren deutlich, dass die Züge zwischen Kempen und Kleve im Augenblick nicht mehr verkehren.   Foto: RPO
Anita Kurzmanowski, die den Bahnhofskiosk in Geldern betreibt, und Andreas Schubert spüren deutlich, dass die Züge zwischen Kempen und Kleve im Augenblick nicht mehr verkehren. Foto: RPO

Janusch Fröhlich lehnt an seinem Taxi, wartet vor dem Bahnhof Geldern auf Fahrgäste. Dass der Schienenverkehr gerade brach liegt, merkt er kaum. "Viel hat sich für mich nicht geändert", sagt der Chauffeur, und überlegt. "Doch", sagt er schließlich, "es gibt ein paar Fahrten mehr zum Flughafen nach Weeze. Wer aus Düsseldorf kommt und nichts von der Sperrung hier mitbekommen hat, der kann echte Zeitprobleme bekommen."

Ansonsten kämen immer wieder Leute auf ihn zu, die ihn nach den Abfahrtszeiten der Busse fragen, "aber da kann ich auch nur mit der Schulter zucken und in Richtung der Bushaltestelle zeigen", erzählt Fröhlich lachend.

Info

Diesellok

Die Diesellok, die am Samstag im Gelderner Bahnhof auf die Triebwagen der Nordwestbahn gefahren war, blockiert immer noch die Gleise. Vorgestern sei versucht worden das 90 Tonnen schwere Gerät auf ein so genanntes Hilfsdrehgestellt zu heben, berichtet Bahnsprecher Udo Kampschulte. Dies sollte mit hydraulischen Geräten geschehen, gelang jedoch nicht. Die Versuche wurden gestern fortgesetzt, da die Lok wegen der Schäden nicht mehr auf den eigenen Rädern fahren kann.

"Wir merken das sehr, dass die Züge nicht mehr fahren", sagt Anita Kurzmanowski, die den Bahnhofskiosk betreibt. Ganz leer ist es in dem kleinen Schankraum zwar nicht, die Stammkundschaft kommt auch ohne Zugverkehr auf ein Bier und eine Zigarette herein. Aber den Umsatzausfall, der durch das Wegbleiben der restlichen Reisegäste entsteht, können sie nicht ausgleichen.

Berufspendler nach Krefeld

"Als die Strecke nach Kleve gesperrt wurde, haben wir das schon gemerkt", berichtet Anita Kurzmanowski, "aber die meisten unserer Kunden sind Berufspendler, die nach Krefeld fahren." Seit die auch ausbleiben, ist es ruhig geworden. Ab und an schaut mal einer der Bauarbeiter vorbei, kauft sich etwas für die Pause. Auf der Ladentheke stehen warme Würstchen, ein Schnitzelbrötchen wartet noch auf einen hungrigen Gast. "Wir haben versucht, uns auf die Situation einzustellen, haben weniger eingekauft. Aber den Kunden, die noch kommen, muss ich ja auch etwas anbieten können", sagt die Kiosk-Betreiberin. "Wenn ich von der Arbeit hier leben müsste, dann würde es schwierig werden", meint Anita Kurzmanowski. "Zum Glück arbeitet mein Mann auch!"

Die Busunternehmer freuen sich über zusätzliche Aufträge durch die Ausfälle bei der Nordwestbahn. Auch Niederländer sind dabei.  Foto: RPO
Die Busunternehmer freuen sich über zusätzliche Aufträge durch die Ausfälle bei der Nordwestbahn. Auch Niederländer sind dabei. Foto: RPO

Positiv hingegen wirkt sich die Streckensperrung auf die Busunternehmen aus, die nun anstelle der Bahn die Passagiere befördern. "Natürlich freuen wir uns über solche Aufträge", sagt Bettina Rosenberg vom Reisebüro Dix. "Unsere Busse bedienen die ganze Strecke, fahren von Kempen bis Kleve und zurück."

15 000 Tamilen

Offenbar geregelt ist bereits die Anreise der rund 15 000 Tamilen, die am Wochenende zur Wallfahrt in Kevelaer erwartet werden. Die Nordwestbahn hatte bereits den Einsatz von Sonderzügen angekündigt – nun werden für die Pilger spezielle Busse eingesetzt, die von Krefeld direkt nach Kevelaer fahren. Und nicht, wie der restliche Schienenersatzverkehr, an jedem Bahnhof Station machen. Rainer Killich, im Kevelaerer Priesterhaus unter anderem für die Organisation der Wallfahrten zuständig, lobt in diesem Zusammenhang die Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der Nordwestbahn. "Auch die hiesige Polizei und die Ordnungsbehörden in Krefeld sitzen mit im Boot", berichtet der Kevelaerer. KOMMENTAR

Internet Mehr zum Thema auf www.rp-online.de/geldern

Quelle: RP

 
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