Geldern: Die Pizza weiter genießen
zuletzt aktualisiert: 18.08.2007Geldern (RPO). kreis kleve Nach den Morden in einer Pizzeria in Duisburg, die anscheinend mit der Mafia in Zusammenhang stehen, spüren Pizzeriabetreiber eine deutliche Reserviertheit in der Kundschaft. Thomas Kolaric vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband plädierte im Gespräch mit RP-Redaktionsmitglied Vivian Klein für mehr Gelassenheit.
Gehen die Menschen derzeit tatsächlich weniger in die Pizzeria?
Thomas Kolaric Durch das aktuelle furchtbare Verbrechen in Duisburg und die anschließenden Diskussionen und Berichte ist der Eindruck in Teilen der Bevölkerung entstanden, jede italienische Pizzeria stehe mit der Mafia in Verbindung, jeder Italiener sei Mafioso. Dies zeigen Anrufe italienischer Gastronomen, die massiv von Gästen darauf angesprochen wurden.
Ist dies nicht vielleicht verständlich?
Kolaric Blond gleich blöd, Männer können nicht zuhören, Frauen nicht einparken? Vorurteile sollten eine Diskussion nicht bestimmen. Die meisten italienischen Gastronomen haben hart für ihren beruflichen Erfolg gearbeitet. Es ist unfair, wenn dieser Erfolg nun plötzlich nicht dem Können und dem Engagement des Gastronomen, sondern der Verbindung zur Mafia zugerechnet wird. Einige befürchten bereits, dass Gäste die Betriebe meiden.
Wie sollen sich die Bürger verhalten?
Kolaric Ich appelliere an die Bürger, daran zu denken, dass viele italienische Gastronomen bereits viele Jahre hier ansässig und gut integriert sind. Es ist verletzend, wenn jemandem, nur weil er Italiener ist und womöglich eine Pizzeria betreibt, Kontakte zur Mafia nachgesagt werden. Ein bisschen weniger Sensationslust und dafür mehr Gelassenheit würde allen Beteiligten besser gerecht werden. Ich lasse mir den Appetit auf eine leckere Pizza oder Scaloppina ai Funghi Porcini nicht verderben.
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