Geldern: Drache auf die Insel?
VON MICHAEL KLATT - zuletzt aktualisiert: 23.02.2010 - 11:42Geldern (RPO). Die Suche nach einem Standort für die unfertigte Skulptur scheint das einfachste Problem zu sein. Offen ist nach wie vor, ob die Künstlerin die Plastik überhaupt vollenden will.
Für die unvollendete Drachenskulptur ist nur eines sicher: In Ponts Zentrum wird sie nicht kommen. "Allgemein war man vom Thema nicht begeistert", berichtete Ortsbürgermeister Hans-Gerd Pellens aus einer Sitzung des Heimat- und Fördervereins. Auch sein Vorschlag, das Kunstwerk in Sichtweite der Bundesstraße 58 an der Holzbrücke über die renaturierte Niers aufzustellen, sei nicht auf Gegenliebe gestoßen.
Als Projekt der Integra, die sich um die Eingliederung junger Menschen kümmert, hatte die Künstlerin Irina Weltschewa-Momtschilowa gemeinsam mit Jugendlichen die Arbeit am Drachen begonnen und von September 2007 bis August 2008 daran gearbeitet. Als die Maßnahme auslief, war die Figur, die zeitweise mit einem am Holländer See geplanten Drachen-Kunstpfad in Verbindung gebracht wurde, erst im Rohbau fertig. Dem Korpus aus Polyurethan-Schaum fehlt die bunte Außenhaut aus Glasfaser-Kunststoff. Aus der Integra-Halle musste der unvollendete Drachen weichen, weil der Platz anderweitig benötigt wurde und die Integra jedes weitere Engagement ablehnte. Die Einzelteile lagern in einer Halle.
Ein Schwergewicht
Maße Die Skulptur ist im fertigen Zustand 6,20 Meter lang, 4,10 Meter hoch und 3,80 Meter breit mit einem Gewicht von rund zweieinhalb Tonnen.
Sage Im Jahr 878 sollen Wichard und Lupold von Pont gegen einen feuerspeienden Drachen gekämpft haben, der im Todeskampf "Gelre Gelre" röchelte.
Erdhügel zu klein
Mit einem Standort in der freien Natur könnte der Niersverband dienen. Nach Auskunft von Landschaftsarchitekt Engelbert Denneborg, zuständig für die Renaturierung der Niers, käme eine Insel im Fluss dafür in Frage. Die hatte der Niersverband vor Jahren schon Peter Busch für dessen Objekt "Knast-Zelle" angeboten, das dann letztlich an der Zufahrt zur Justizvollzugsanstalt ihren Platz fand. "Der Erdhügel, den wir dafür auf der Insel errichtet hatten, wäre für den Drachen etwas klein. Aber den könnten wir ja platter machen und Betonfundamente darauf errichten", erklärte Denneborg. Der Niersverband sei bereit, die Fundamente auf eigene Kosten herzustellen.
Offen ist nach wie vor, wer die Vollendung der Skulptur organisiert und finanziert. Stadt Geldern und Integra haben schon längst abgewunken. Laut Busch werden unter anderem noch Fiberglas und Harz benötigt.
Für dieses und anderes Material müssten Sponsoren gefunden werden. Sich selbst bezeichnet Busch mit dem von ihm geleiteten Verein "KUHnst-Turm Niederrhein" und den Aktivitäten im Wasserturm völlig ausgelastet.
Nicht zu erreichen
Ungewiss ist ferner, ob die Künstlerin bereit ist, ihr Werk zu beenden. Trotz mehrmaliger Versuche war Irina Weltschewa-Momtschilowa nicht zu erreichen.
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