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Geldern: DRK Geldern hat sich aufgelöst

VON MARC CATTELAENS - zuletzt aktualisiert: 06.02.2010

Geldern (RPO). Der größte Teil der ehrenamtlichen Mitglieder der Einsatzeinheit Geldern hat den Dienst quittiert. Tritt ein Notfall ein, stehen kaum noch Ehrenamtliche vom DRK bereit. Der Gelderner Kinderkarnevalszug wäre beinahe ausgefallen.

Das DRK-Dienstleistungszentrum an der Henri-Dunant-Straße. Ehemalige DRK-Mitglieder berichten, dass dort zurzeit Fahrzeuge ungenutzt herumstehen.   Foto: RPO
Das DRK-Dienstleistungszentrum an der Henri-Dunant-Straße. Ehemalige DRK-Mitglieder berichten, dass dort zurzeit Fahrzeuge ungenutzt herumstehen. Foto: RPO

Die Einsatzeinheit des Deutschen Roten Kreuzes im Bereich Sanitätsdienst in Geldern ist nicht mehr handlungsfähig. Käme es im Gelderland zu einem Notfall, würde der Ruf des Regelrettungsdienstes (Feuerwehr, Rettungswagen) nach Hilfe ungehört verhallen – es gibt beim DRK Geldern kaum noch ehrenamtliche Helfer. Dies berichteten der RP übereinstimmend mehrere ehemalige DRK-Mitglieder.

Ausgetreten

Björn Reummen war lange bei der Gelderner Einsatzeinheit tätig. Inzwischen ist er ausgetreten – wie viele seiner Kollegen. "Zwischen Oktober und Dezember 2009 sind von rund 30 Mitgliedern 15 ausgetreten. Aber auch der größte Teil der verbliebenen Mitglieder wird bald austreten", sagt Reummen. Ein Kollege, der ungenannt bleiben will, beziffert die Zahl der Austrittswilligen auf elf.

Info

Blutspendedienst

Weil die ehrenamtlichen Mitglieder fehlen, sei der Blutspendedienst in Geldern-Stadt bis auf weiteres eingestellt, berichten die Ehemaligen. Sie seien inzwischen bei anderen Kreisverbänden, beispielsweise beim Kreisverband Niederrhein, oder bei der DLRG tätig.

Als Grund für die Austrittswelle nennen die ehemaligen Mitglieder Differenzen mit dem Geschäftsführer des DRK-Kreisverbands Kleve-Geldern, Franz Lück. "Eines Tages im Herbst standen wir in Geldern vor verschlossenen Türen. Herr Lück hatte die Schlösser zu den Hallen mit den Einsatzfahrzeugen einfach auswechseln lassen", berichtet Björn Reummen. Das bestätigen weitere ehemalige Ehrenamtliche. Seitdem sei kein Sanitätsdienst mehr möglich. "Daraufhin trat das gesamte Führungsteam der Einsatzeinheit Sanitätsdienst aus."

In der Kreisgeschäftsstelle Kleve sind die großflächigen Austritte offenbar nicht bekannt. "Wir hatten 2009 lediglich sechs Austritte", sagte Franz Lück der RP auf Anfrage. Dass es "Meinungsverschiedenheiten" gegeben hat, räumt er ein, spricht von Mitgliedern, die "übermotiviert" gewesen seien und denen man nicht hinterher trauere. Die Austritte seien "nicht existenzgefährdend". "Das Deutsche Rote Kreuz gibt es schon seit mehr als 100 Jahren, es wird uns auch in 100 Jahren noch geben", sagte Lück.

Die Folgen der Austrittswelle für den Sanitätsdienst im Gelderland sind dennoch bereits jetzt zu spüren. "Das Kinderkarnevalskomittee Geldern hat uns um Hilfe gebeten, weil der Kinderkarnevalszug aufgrund der fehlenden Unterstützung durch das DRK auszufallen drohte", sagt Michael Grönheim. Das bestätigt Christiane Plaumann vom Karnevalsverein KKG.

Michael Grönheim ist aus der DRK-Einsatzeinheit Geldern ausgetreten. Vor drei Jahren hatte er die Berufsfachschule für den Rettungsdienst im Kreis Kleve, die Firma "intellexi" , gegründet.

Intellexi wird nun mit sieben Einsatzkräften, darunter ein Notarzt, den Sanitätsdienst beim Kinderkarnevalszug leisten. "Auch der Rosenmontagszug in Hartefeld wird von uns betreut", sagt Grönheim.

Quelle: RP

 
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