Geldern: Eicker: Vorwürfe sind "Unfug"
VON CHRISTIAN BREUER - zuletzt aktualisiert: 16.04.2011Geldern (RPO). In der jüngsten Ratssitzung hat Vural Parmak überraschend Hejo Eicker (SPD) und Wieland Fischer (Grüne) attackiert. Die Kommunalpolitiker weisen den Vorwurf zurück, dass sie Parmak aus dem Rat drängen wollen.
Einen Tag nach der verbalen Breitseite, die ihm der parteilose, Ex-Linke Vural Parmak im Rat verpasst hat (die RP berichtete), ist Hejo Eicker um Gelassenheit bemüht. "Ich habe mich nicht davon erholen müssen", sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende. "Das, was da gesagt worden ist, ist einfach nur Unfug, daher habe ich mir das nicht zu Herzen genommen."
Parmak hatte Eicker unter anderem Kontakte zu einem Mitglied der Linken vorgeworfen, "der ehemalige Genosse, der besonders auf die Niederlegung meines Mandates pochte, war, meinen jüngsten Recherchen zu Folge, langjähriger Nachbar von Herrn Eicker und vor Eintritt in die Linke ein Mitglied der Grünen", erklärte Parmak. Darüber kann Eicker nur den Kopf schütteln. "Wahrscheinlich ist damit Jordi Preußer gemeint, der mal in der gleichen Straße gewohnt hat wie ich. Aber da kann ich nun wirklich nichts für. Ich habe mit Herrn Preußer seit Monaten nicht gesprochen", sagt Eicker.
Vural Parmak
Bei der Kommunalwahl 2009 wurde Vural Parmak als Kandidat der Linken in den Gelderner Rat gewählt, trat aber schon kurze Zeit danach aus der Partei aus. Seither ist er parteiloses Mitglied. Zwischenzeitlich gab es Gespräche mit der SPD, auch bei der CDU versuchte Parmak, Mitglied zu werden. Als die CDU ablehnte, zog Parmak seinen Antrag zurück. Würde er aus dem Rat scheiden und das Mandat an die Linke zurückgeben, wäre nach Auskunft der Stadt Robert Jürgen Grimm auf dem nächsten Listenplatz.
"Mandat niederlegen"
Wieland Fischer, Chef der Gelderner Grünen und ebenso wie Eicker von Parmak attackiert, reagiert ähnlich. "Ich kenne Jordi Preußer über gemeinsame Bekannte, mehr aber auch nicht", so Fischer. Das bestätigt auch Preußer im Gespräch mit der RP. "Nach wie vor bin ich der Meinung, dass Vural Parmak sein Mandat niederlegen sollte", sagt der Linke, "er ist nicht als Person, sondern über die Liste der Linken in den Rat gewählt worden."
Mehr Würdigung des Wählerwillens wünscht sich Wieland Fischer: "Ich will nicht, dass Herr Parmak sein Ratsmandat niederlegt, aber ich wünsche mir, dass er die Inhalte vertritt, für die er gewählt wurde. Und nicht, weil ich die Inhalte der Linken unterstütze, sondern weil ich es als eine Sache der Glaubwürdigkeit ansehe, dass ein Politiker die Meinung vertritt, für die ihn die Bürger gewählt haben." Fischer sieht Parmaks Angriff als "Retourkutsche für meine Haushaltsrede, da habe ich ihn wohl gekränkt".
Auch Eicker bestreitet vehement, sich Parmak aus dem Rat zu wünschen und an seiner Stelle einen Nachrückkandidaten von der Reserveliste zu sehen: "Ich will bestimmt nicht die Linke im Gelderner Rat etablieren", sagt Eicker. Den potenziellen Nachrücker, würde Parmak auf sein Mandat verzichten, kenne er überhaupt nicht, so der SPD-Chef.
In vielen Teilen, sagt Eicker, habe er die Angriffe nicht verstanden, "das macht es so schwer, damit umzugehen." Auch künftig möchten Eicker und Fischer eine "gemeinsame fruchtbare Arbeit", wie Parmak sie sich wünscht, mit dem Parteilosen nicht ausschließen. Schließlich habe jeder eine Chance verdient, sagen die Politiker unisono. Sie lassen aber auch durchblicken, dass es das bisherige Abstimmungsverhalten Parmaks, der sich oft enthält, schwer macht, sich politisch mit ihm Auseinanderzusetzen.
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