Geldern: "Einfacher wird es nicht"
VON MICHAEL KLATT UND CORINNA KUHS - zuletzt aktualisiert: 01.09.2009Geldern (RPO). Der Tag danach: Zwar haben die Christdemokraten in der Blumenstadt vier Sitze eingebüßt, doch bleibt ihre absolute Mehrheit unangetastet. In Geldern retten die Ortschaften Bürgermeister Ulrich Janssen.
Straelen/Geldern Der neue erste Bürger der Blumen- und Gemüsestadt lag mit seiner Prognose richtig. "Ich gehe von stabilen Verhältnissen aus", sagte Straelens künftiger Bürgermeister Jörg Langemeyer (CDU), als im Ratssaal die Straelener Ergebnisse der Landratswahl auf die Leinwände projiziert wurden. Einen Bezirk nach dem anderen holte Wolfgang Spreen, meistens mit einem 60-Prozent-plus-Resultat. Und die schwarze Säule überragte die anderen politischen Farben auch bei der Auszählung der Stimmen für den Stadtrat. "Stabil", das heißt in Straelen nach wie vor: absolute CDU-Mehrheit.
Straelens Stadtrat
Sitze Insgesamt 32 Politiker bilden den Straelener Rat. Dabei ist der Bürgermeister mitgezählt.
CDU 19 Sitze (nach der Kommunalwahl 2004 waren es 23).
SPD Fünf Sitze (fünf).
FDP Fünf Sitze (zwei).
Grüne Opposition Zwei Sitze (zwei).
Grüne Ein Sitz (2004 nicht dabei).
Noch komfortabel
Sie ist, trotz des Verlusts von vier Sitzen, immer noch komfortabel. 19 Christdemokraten sitzen insgesamt 13 Vertreter der anderen Fraktionen gegenüber. Bei der gewohnten Abstimmungsdisziplin ist davon auszugehen, dass auch in den nächsten fünf Jahren in Straelen CDU-Politik gemacht wird. Alte Gewichtsverteilung, aber neue Gesichter. Gleich zehn Christdemokraten ziehen erstmals in den Straelener Stadtrat ein. Sieben von ihnen holten, genau wie neun "routinierte" Parteifreunde, ihren Wahlbezirk direkt, Ausdruck der nur unwesentlich geschmälerten CDU-Dominanz. Drei Christdemokraten schafften es über die Liste.
In Geldern haben die Ortschaften Ulrich Janssen das Bürgermeisteramt gerettet. Dort holte er Stimmen, im Innenstadtbereich war sein Herausforderer Hejo Eicker (SPD) überlegen. Vor allem das Hin und Her um die Michaelschule im vergangenen Jahr dürfte Janssen Sympathien gekostet haben. Kurz vor der Wahl hatte die Bürgerinitiative, die erfolgreich für den Erhalt der Michaelschule am jetzigen Standort gekämpft hatte, noch einmal per Briefwurfsendung an den Ärger um die Schule erinnert – und damit einige Wähler zum Kreuzchen für Eicker animiert.
Für Janssen wird es weniger komfortabel, muss er doch künftig im Rat ohne die CDU-Mehrheitsmacht auskommen. Die heftigsten Verluste für die CDU strich Karl-Heinz Lorenz ein: Sein Wahlbezirk Geldern-Nord II sackte um 11,68 Prozentpunkte im Vergleich zur Kommunalwahl 2004 ab. Die einzigen Bezirke, in denen die CDU dazugewann, sind 11 (Kapellen-Nord/Ost, plus 5,70 Prozentpunkte) mit Rats-Neueinsteiger Georg Kreutz und 18 (Hartefeld, plus 6,91 Prozentpunkte) mit Friedrich Dahl. CDU-Fraktionsvorsitzende Marianne Ingenstau seufzte angesichts zwei verlorener Ratssitze: "Einfacher wird es jetzt nicht."
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