Geldern: Energie-Job für Arbeitslose
VON ANJA SETTNIK - zuletzt aktualisiert: 19.02.2010 - 13:07Geldern (RPO). Fünf Langzeitarbeitslose werden derzeit in Geldern zu Stromsparhelfern ausgebildet. Sie sollen einkommensschwachen Haushalten zeigen, wie sich die Ausgaben für Energie drosseln lassen.
Thomas Kuhbrügge ist 40 Jahre alt und lebt von "Hartz IV". Bisher, sagt der Langzeitarbeitslose, habe er noch nicht viele Jobangebote bekommen, die ihn angesprochen hätten. Die Teilnahme an der Qualifizierung zum Stromsparhelfer sei die erste Aktion, der er mit einigem Optimismus entgegensehe. Stadt Geldern, Stadtwerke Geldern und Caritasverband Geldern-Kevelaer haben gemeinsam die Aktion "Stromspar-Check für einkommensschwache Haushalte" gestartet. Auch das Bundesumweltministerium und die Energieagenturen unterstützen die Idee, gerade solche Menschen, die sich teure Energie am wenigsten leisten können, zum Sparen anzuregen.
Zum Ausprobieren
Neben Tipps und einem Energiekostenmessgerät bringen die Stromsparhelfer auch ein Starterpaket mit Energiesparlampen, abschaltbarer Steckdosenleiste und Wasserspar-Duschköpfen mit. Diese kleinen Helfer sponsern die Stadtwerke. Für einen neuen, verbrauchsarmen Kühlschrank müssen die Leute selbst sparen.
Vernünftig haushalten
"Strom gespart, im Zoo gewesen" ist die Schlagzeile eines Plakats zur Aktion: Eine junge Mutter freut sich, durch vernünftiges Haushalten dafür gesorgt zu haben, dass ihre kleine Tochter einen Wunsch erfüllt bekommt. Bis zu 100 Euro im Jahr könne sparen, wer den Stromspar-Check nutze und einige Tipps beherzige, heißt es. Im Pressegespräch erläuterten die Projektpartner gestern im Gelderner Fairkaufhaus, worum es ihnen geht.
Petra Keysers vom Vorstand des Caritasverbands erinnerte daran, dass Hejo Eicker (SPD) die Teilnahme am Projekt angeregt und Stadt und Caritas das gerne aufgenommen hätten. "Unsere Stromsparhelfer sollen Stromfresser aufspüren und das Bewusstsein der Bürger fürs Energiesparen schärfen." Dieter Gebauer, freier Energieberater aus Wuppertal, bildet die Langzeitarbeitslosen seit vier Wochen aus – im Sommer soll's losgehen. Dann können Haushalte, in denen das Geld knapp ist, sich um die Teilnahme bewerben. Formulare dazu liegen im Fairkaufhaus und bei der Tafel, aber auch in städtischen Einrichtungen aus. Bürgermeister Ulrich Janssen lobte die gute Netzwerkarbeit in seiner Stadt und betonte, dass neben der Kostensenkung auch die Qualifizierung der ALG II-Bezieher sehr wichtig sei. Arno Nothen, kaufmännischer Leiter der Stadtwerke, versicherte, sein Haus habe sich den Energiespargedanken auf die Fahnen geschrieben. Die Stadtwerke nähmen ihren gesellschaftspolitischen Auftrag ernst. Alle Beteiligten sind sich einig darin, dass es günstig ist, wenn sich die Berater (selbst auf öffentliche Unterstützung angewiesen) auf Augenhöhe mit den Klienten befänden. Da werde eine Sprache gesprochen, und es gebe wenig Hemmungen. KOMMENTAR
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