Geldern: Erleichterung auf allen Seiten
VON MARC CATTELAENS - zuletzt aktualisiert: 26.06.2009Geldern (RPO). Sowohl die CDU-Mehrheitsfraktion als auch Vertreter der Opposition äußerten sich gestern erfreut über die Einstellung des Verfahrens gegen Bürgermeister Ulrich Janssen. Der bedankte sich für viel Zuspruch.
Ulrich Janssen ließ gestern die Ereignisse des 10. März, als Kripobeamte sein Haus und seine Büroräume durchsucht hatten, noch einmal Revue passieren. "Die vorgenommene Durchsuchung erzielt in der öffentlichen Wahrnehmung und Wirkung eine Wertung, die mit einer nüchternen Betrachtung des Sachverhalts und juristischen Wertung nicht überein steht", ließ er die versammelten Journalisten wissen.
Es ergebe sich die Wirkung in der Öffentlichkeit, "dass solche Handlungen zu Reaktionen der Art ,irgendwas wird ja schon dran sein, sonst hätte man das doch nicht gemacht' oder ,wo Rauch ist, ist auch Feuer' führen".
Ermittlungsgründe
Gefragt dazu, wer denn die Vorwürfe gegen ihn erhoben hat, antwortete Janssen: "Das Ermittlungsverfahren geht zurück auf Äußerungen von zwei in anderen Ermittlungsverfahren Beschuldigten." "Sie könnten ein Interesse daran gehabt haben, in ihrem eigenen Verfahren besser dazustehen", fügte der Bürgermeister hinzu.
Emotionale Belastung
Die "Wirkung und Wahrnehmung" habe für Janssens Familie eine hohe emotionale Belastung bedeutet. "Meine Kinder haben sich zum Teil geweigert, am Folgetag zur Schule zu gehen", sagte der Bürgermeister. Es sei daher eine große Erleichterung, "dass meine Einschätzung und die Einstellung des Verfahrens übereinstimmen". Besonders gefreut habe ihn der "für mich angenehme und überraschende Zuspruch aus der Bevölkerung, von den Kollegen und den Mitgliedern des Rates oder meinen politischen Weggefährten".
CDU-Fraktionsvorsitzende Marianne Ingenstau kommentierte die Einstellung des Verfahrens gestern so: "Die CDU-Fraktion stellt mit großer Zufriedenheit fest, dass das Ermittlungsverfahren mit dem erwartet positiven Ergebnis eingestellt wurde. Alle Vorwürfe haben sich als haltlos herausgestellt. Es hat sich als richtig erwiesen, mit Ruhe und Gelassenheit das Ermittlungsergebnis abzuwarten. Letztlich hat sich das stets in die Integrität des Bürgermeisters gesetzte Vertrauen als gerechtfertigt erwiesen."
Der SPD-Fraktionsvorsitzende Hejo Eicker sagte gestern im RP-Gespräch: "Ich freue mich für Ulrich Janssen, dass das Verfahren eingestellt wurde. Ich fand es schlimm, dass einige Bürger die Ermittlungen schon als Verurteilung verstanden haben. Ebenso fand ich es schlimm, dass einige sich haben vorstellen können, dass an den Vorwürfen etwas dran ist.
Es gibt viel Misstrauen in der Gelderner Bevölkerung. Ich will nicht hoffen, dass hinsichtlich der Kommunalwahl bei den Wählern von den Vorwürfen etwas hängen bleibt. Ich möchte zwar gewinnen und Bürgermeister werden, aber nicht aufgrund von falschen Verdächtigungen oder Unterstellungen gegen Ulrich Janssen."
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