Geldern: Erst die Schule, dann das Geschäft
VON CHRISTIAN HERRENDORF - zuletzt aktualisiert: 04.07.2008Geldern (RPO). Der Gelderner CDU droht eine Zwickmühle. Wie soll sich die Mehrheitsfraktion im Stadtrat in der Sache „Michaels4tel“ entscheiden, wenn ihre beiden Bedingungen für die Stadtentwicklung kollidieren?
Was macht sie, wenn zwar die Projektdetails des Investors sie absolut überzeugen, aber keiner der möglichen Standorte für die Michaelschule? Karl-Heinz Lorenz, Pressesprecher der Fraktion, sagt dazu: „Es wird kein Spaten in die Erde gesteckt, wenn es keine zumutbare Lösung für die Schule gibt.“
Auch wenn es diese zumutbare Lösung für die Michaelschule an einem anderen Standort als der Hülser-Kloster-Gasse gibt, haben die Christdemokraten Bedingungen für die Zustimmung zum „Michaels4tel“ definiert. Als entscheidend gelten die Zugänglichkeit und die Zugpferde. „Das Viertel darf sich nicht wie die Glockengasse entwickeln, sondern es muss zu sehen und gut erreichbar sein“, sagt Lorenz. Außerdem müsse der Investor interessante Unternehmen nennen, die mit hoher Verbindlichkeit zusagen, nach Geldern zu kommen.
Klar ist für die CDU aber auch, dass es keine Kompromisse geben wird. Lorenz: „Kompromisse werden immer faule Kompromisse sein, weil dann Herzstücke herausfallen. Das ist wie bei einem Lichtschalter. Es gibt nur An oder Aus.“
Für die Proteste der Eltern der Michaelschüler zeigt die CDU Verständnis. „Das ist eine klasse demokratische Angelegenheit, und es wäre doch auch traurig, wenn die Eltern nicht für die Schule kämpfen würden“, sagt der neue Fraktions-Vize Johannes Leurs. Zugleich beklagt er den Umgang mit seiner Fraktion. „Wir haben immer offen diskutiert und nehmen uns die Zeit, die man braucht, um ein Projekt von solcher Größe vernünftig zu beraten und zu beschließen. Es ist unfair, uns das zum Vorwurf zu machen.“
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