Kerken: Es geht an die Reserven
VON STEFAN KRIEGEL - zuletzt aktualisiert: 13.11.2009Kerken (RPO). Kerken verfügt über eine solide Finanzlage. Dennoch müssen bereits in diesem Jahr die Rücklagen angegriffen werden. Bürgermeister Dirk Möcking und Kämmerer Udo Niersmann setzen auf kontrollierte Ausgabenpolitik.
Chronologie
Einbringung Der Haushalt der Gemeinde Kerken wird während der Ratssitzung am 12. Januar eingebracht.
Beratung Anschließend beraten die Fraktionen das Zahlenwerk während ihrer Klausurtagungen.
Beschluss Der Kerkener Haushalt soll dann Mitte Februar verabschiedet werden.
Es gibt Kommunen, die sprechen bereits von einem Haushaltssicherungskonzept. Übergordnete Verbände, wie beispielsweise der Städte- und Gemeindebund, malen düstere Wolken an den Finanzhimmel. Die aktuelle Wirtschafts- und Finanzkrise schwebt wie ein Damoklesschwert über den kommenden Haushaltsberatungen. Vor diesem Hintergrund können Kerkens Bürgermeister Dirk Möcking und sein Kämmerer Udo Niersmann noch auf eine solide Finanzlage verweisen.
"Wir hatten Anfang des Jahres noch ein Rücklagenpolster von vier Millionen Euro", berichtet Niersmann. Nach bisherigen Berechnungen müssten davon in diesem Jahr etwa 500 000 Euro verbracht werden. Trotzdem mahnen die beiden Finanzfachleute zu einer maßvollen Ausgabenpolitik.
"Ein großes Problem könnten die vorhergesagten Einbrüche bei der Gewerbesteuer werden", blickt der Stellvertreter des Bürgermeisters in die Zukunft. Doch hier könnte es einen kleinen Ausgleich durch die Schlüsselzuweisungen geben. Hinzu könnte ein Minus beim Einkommenssteueranteil von etwa acht Prozent kommen. Dies würde für die Gemeinde etwa 400 000 Euro ausmachen. Die Forderungen des Kreises bei der Kreisumlage seien noch nicht bekannt. Doch gehen alle im Augenblick davon aus, dass sie erhöht wird.
Als größten Ausgabeposten für das Haushaltsjahr 2010 bezifferten Möcking und Niersmann den Kunstrasenplatz des FC Aldekerk. Doch die bisher veranschlagen 600 000 bis 800 000 Euro seien nur ein durchlaufender Posten, da dieser Platz durch das Konjunkturpaket II finanziert wird.
Einige Verpflichtungen
Doch die Gemeinde Kerken hat für das kommende Jahr noch einige große Ausgabeposten vor der Brust. Der Kämmerer nannte dabei unter anderem vom Gesetzgeber vorgegebene Verpflichtungen für das Archiv. Auch die Unterbringung von Asylbewerbern in Containern müsse unbedingt geändert werden. Veränderungen am Bürgergarten in Nieukerk beziffert die Verwaltung im Augenblick mit etwa 200 000 Euro. Einen weiteren Ausgabeposten bildet die Renovierung des Dionysiusplatzes, für den gerade erst der erste Bauabschnitt abgeschlossen ist.
Vor diesem Hintergrund mahnen Dirk Möcking und Udo Niersmann die Kommunalpolitiker, bei den befürchteten sinkenden Einnahmen maßvoll mit den Ausgaben umzugehen. "Doch die Vergangenheit und die aktuellen Zahlen zeigen, dass die bisherigen Mitglieder des Rates bereits sehr solide gewirtschaftet haben", blickt der neue Bürgermeister optimistisch in die Zukunft. Der Kämmerer kündigte in diesem Zusammenhang an, dass die neuen Ratsmitglieder noch in Haushaltsdingen geschult würden.
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