Geldern: „Es geht nicht um mich“
VON CORINNA KUHS - zuletzt aktualisiert: 24.09.2008Geldern (RPO). Bürgermeister Ulrich Janssen überraschten die CDU-Querelen auf Dienstreise. Er stellt klar, dass er sich „nicht vom Acker machen“ werde. Die CDU-Fraktion indes gibt sich zurückhaltend: Die Angelegenheit sei Sache der Partei.
Für Bürgermeister Ulrich Janssen begann der gestrige Tag nicht nur in Berlin, sondern auch mit einer Überraschung. Dass Stadtverbandsvorsitzender Stefan Wolters von Mitgliedern der CDU ins Gespräch gebracht wird, wenn es um einen Bürgermeisterkandidaten der Christdemokraten geht (die RP berichtete), erfuhr der amtierende Stadtchef aus der Online-Ausgabe seiner Heimatzeitung, In Berlin ließ er sich von der Bertelsmannstiftung zum Thema „Stärken stärken – Partizipation von Kindern und Jugendlichen“ informieren.
Kommentieren will Janssen die Nachrichten aus der Herzogstadt jedoch nicht: „Kandidieren kann jeder. Das ist normal. Jedenfalls schließt das Zitat in der RP das nicht aus und ,lustig’ ist eine solche Angelegenheit überhaupt nicht.“ Stadtverbandsvorsitzender Stefan Wolters, der von einigen CDU-Mitgliedern hinter mehr oder weniger vorgehaltener Hand als Kandidat gehandelt wird, hatte die Frage, ob er sich vorstellen könne, für das Amt des Bürgemeisters anzutreten, als „lustig“ bezeichnet.
Stadtverbandschef
Stefan Wolters ist seit Februar 2005 Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes in Geldern. Bei seiner Antrittsrede stellte Wolters damals heraus, dass es Aufgabe der Partei sei, „stärker die Auseinandersetzung mit dem politischen Gegner zu suchen“ – und nicht innerhalb der Christdemokraten.
Hut in den Ring geworfen
Ulrich Janssen will keine mögliche Konkurrenzsituation beschreiben. „Es geht nicht um mich oder andere. Es geht um unsere Stadt, unsere Ortschaften, unsere Stellung als Mittelzentrum in der Region und um über 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, deren Chef man ist.“ Dass er sich selbst wieder zur Wahl stellen wird, ist nicht fraglich: „Ich habe meine Bewerbung an den Stadtverband im März schriftlich für 2009 abgegeben.
Damit habe ich den Hut in den Ring geworfen, wenn Sie so wollen.“ Dass er damit einige Parteikollegen verärgert haben könnte, darüber spekuliert er nicht: „Mag sein, das weiß ich nicht. Der Bürgermeister wird von den Wählern nicht umsonst unmittelbar selber gewählt. Es hat wohl keiner, der mich ein wenig kennt, damit gerechnet, dass ich 2004 kandidiere, um mich 2009 vom Acker zu machen.“
Marianne Ingenstau, Fraktionschefin der CDU und stellvertretende Stadtverbandsvorsitzende, erklärte gestern auf RP-Anfrage, dass der Termin für die nächste Stadtverbandssitzung für den 6. Oktober angedacht sei. Dass Ulrich Janssen dann nicht teilnehmen kann, weil er die Messe Expo Real besucht, sei nicht beabsichtigt gewesen. Vielmehr habe man bei der Planung nicht gewusst, dass Janssen dann nicht in Geldern ist.
Die CDU-Fraktion hält sich bei der Frage nach einem Bürgermeisterkandidaten zurück und verweist auf den Stadtverband als in dieser Sache zuständig. „Die Fraktion hat bisher noch kein Votum abgegeben, weil sie der Partei nicht vorgreifen will“, so Ratsmitglied Karl-Heinz Lorenz.
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